Schon wieder Trubel um ein Nackerpatzl-Plakat

Die Leute haben es immer mit Genitalien.

Es gilt die Vermutung, wie auch die Tagespresse berichtet hat, folgender Anblick lässt an Homosexualität erkranken :

nackerpatzerl_2014

Das Vice-Magazin hat Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren zu dem vieldiskutierten Plakat befragt, die Reaktionen waren keinesweges ablehnend oder verklemmt wie die vieler Erwachsener. Wobei man dazusagen muss, dass zum Klientel dieses Magazins sehr lockere Menschen gehören und ich keine Ahnung habe, wo genau sie die Kinder aufgegabelt haben.
Sollte man mit einem jüngeren Stöpselchen (so nenne ich gerne Kleinkinder) daran vorbeikommen, kann man ihm ja einfach sagen, dass es selten aber doch Menschen gibt, die Busen und Penis haben oder keine Brüste, dafür aber eine Vagina zwischen ihren Beinen ist.

Viele Eltern schaffen es ja auch zu vermitteln, den Hund im Haus liebzuhaben und die Kuh am Teller zu essen. Ein Kommentar auf derstandard.at bringt was ich damit sagen will gut zum Punkt :

Interessant, wie viele Menschen mit dem Argument auftreten, sie seien gegen das Plakat, weil “wie sollen sie ihren Kinder das erklären”?

Ich persönlich hätte ein viel größeres Problem damit, einem Kind angesichts eines hungernden Flüchtlingskindes auf einem Plakat zu erklären, warum das Kind von zu Hause flüchten musste und hungern muss. Und warum ich persönlich jetzt nichts dagegen unternehmen würde? DAS wären unangenehme Fragen für mich.

Haben besagte Eltern damit kein Problem?

Aber mit Fragen neugieriger Kinder, die eine Abweichung von dem feststellen, das sie bisher kannten (und das kommt bei Kindern täglich vor)?

Da scheinen nicht die Kinder das Problem zu haben, sondern die Eltern.

Die FPÖ hat wegen des abgebildeten Hermaphroditen eine Strafanzeige eingebracht. Im Standard-Artikel heißt es dazu :

Kitzmüller beruft sich auf den Paragrafen 2, der besagt, dass pornografische Schrift, Abbildung oder sonstige Darstellung, die “die sittliche oder gesundheitliche Entwicklung jugendlicher Personen durch Reizung der Lüsternheit oder Irreleitung des  zu gefährden, oder einen solchen Film oder Schallträger einer Person unter 16 Jahren gegen Entgelt anbietet oder überlässt”, zu bestrafen sei.

Mit Pornografie hat es aber nichts zu tun. Kein Geschlechtsakt. Keine obszönen Posen. Keine Pornografie.

Und jetzt noch mein Best Of der Kommentare unter dem Artikel :

Die meisten Kinder/Jugendlichen, die sich in Wien so herumtreiben, malen selber Zumpferl auf die Plakate…

 

Wir halten fest: Menschen, die aus hormonellen, gonadalen oder chromosomalen Gründen mit dem intersexuellen Syndrom geboren wurden, sind, zumindest, wenn sie bildlich dargestellt werden, eine “Gefahr für Kinder”. Was kommt als nächstes? Rollstuhlfahrer? Die haben Räder statt Beine! Blinde? Die haben Hunde statt Augen! Taube? Die benutzen eine Geheimsprache, die man als “Normaler” nicht versteht…

Unerhört, sowas muss von Volkes Zorn hinweggefegt werden! Noch viel zu tun für FPÖ und Kronen Zeitung… Los, los, …

 

mit einer nackten frau und einem “zwitter” hat die liebe FPÖ ein problem.
keine probleme hat sie offensichtlich mit

-) vorbestraften in ihrer partei
-) leute am rechten rand
-) spiele wo man “Moscheen stoppen muss”
-) 218 “bedauerliche Einzelfälle im zusammenhang mit der politischen gesinnung von parteimitglieder”
-) Verhetzungstexte in Zeitschriften/Internet etc.
-) ein Bundesparteiobmann der mit schlagstock “paintball” spielte
-) Korruption von parteinnahen personen
-) Hypodebakel / Buwog!

6 thoughts on “Schon wieder Trubel um ein Nackerpatzl-Plakat

  1. Toller Post, der genau meine Gedanken trifft, die mur da durch den Koof gegangen sind! Ich bin in meinem Büro leider von leidenschaftlichen “Blauen” umgeben und jann mir solch blödes Gedankengut ständig anhören. Das diskutieren hab ich schon aufgegeben, da ich sowieso immer allein dastehe. Schön zu sehen, dass es doch noch Andere gibt, die so denken wie ich…

    • Das Witzige ist, dass ich bis jetzt immer der Meinung war, mich nie so auszudrücken, dass ich die Gedanken meiner Mitmenschen auf den Punkt bringe. Offensichtlich doch, das fühlt sich gut an.
      Stell dir doch deine Kollegen mal alle mit Brett vor dem Kopf vor. Ist bestimmt lustig :)

  2. Ich habe dabei etwas ganz anderes zu bemängeln: warum muss man überhaupt dauernd und überall nakte Menschen abbilden? Ich finde das furchtbar. Es ist natürlich etwas, was das Auge erfreut und ich bin auch keineswegs prüde, aber… warum? Man kann ja kaum mal einkaufen gehen, ohne wenigstens einmal ein Werbebild mit einer Dame mit mindestens einem tiefen Ausschnitt zu sehen. Fast jedes Fotostudio wirbt schon vor der Tür mit Aktfotos. Usw. Sex sells, aber wie weit sollten wir dabei gehen? Ich denke diese Omnipräsenz der Naktheit ist ein echtes Problem. Natürlich muss mit dem menschlichen Körper als solches offen umgegangen werden, aber offener umgang ist etwas anderes als jede Ecke mit Naktbildern von Freuen zuzukleistern. Und zumeist sind es eben Frauen. Was dann auch noch die Meinung verbreitet, dass nur Frauen nakt schön genug seien um sie abzubilden.
    Und diese Omnipräsenz der Naktheit hat einen negativen Einfluss. Dabei rede ich nicht mal unbedingt von den Einfluss auf Kinder, sondern auf den von uns allen. Der Einfluss auf Kinder ist natürlich ebenfalls präsent und ein Plakat wie das obige schätze ich da gar nicht mal als überaus kritisch ein. Eher – wie gesagt – die Tatsache, dass Naktheit überall ist.
    Ein bisschen weniger Sex würde dann doch besser verkaufen, denn die sexuelle Reizüberflutung stumpft doch ganz schön ab.
    Und von diesem Standpunkt aus betrachtet finde ich das Poster dann doch Mist. Zumal es eh tief blicken lässt, wenn man sich solch reißerischer Darstellung bedienen muss um Aufmerksamkeit zu erregen.

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