Das sind dann 27€ Speichermedienabgabe, bitte !

Man bat mich einen Artikel über die zukünftig (ab 1. Oktober 2015) offizielle auch dem Verbraucher bewusste Speichermedienabgabe zu verfassen. Genau. Eigentlich existiert diese bereits und fällt recht gering aus. So ein lustiger Mensch möchte sie aber klar deklariert auf der Rechnung stehen haben. Und mehr Gebühren verlangen.

Also wir wälzen hier einfach die Leerkasettenabgabe auf moderne Speichermedien wie Festplatte, USB-Stick und Kameraspeicherkarte um ? In welchem Universum nehme ich denn Radiosendungen auf einer SD-Karte auf ? In welchem Universum nehme ich überhaupt noch Radiosendungen auf ?

Besonders verwirrend sind die Beispiele. Für eine 3TB-Festplatte sind hier angeblich 27 Euro zu zahlen. Jedoch darf die Gebühr nicht mehr als 6% des Verkaufspreises ausmachen. Bei einem Neupreis von 130 Euro für diese Festplatte dürften es gar keine 27, sondern maximal 7,80 Euro sein. Und das Lustigste kommt noch : Da 60% des österreichischen Handels (der ca 80% des Marktes versorgt) diese Abgabe bereits einheben, aber weder deklarieren noch abführen, dürfen diese Preise gar nicht höher werden.

Das heißt jetzt dafür dass ich mir eine externe Festplatte um 27€ oder 7,80€ mehr kaufe bekommt jeder österreichische Künstler ein bisserl was von der Gebühr weil ich ja genau Musik aus Österreich (Verzeihung, Herr Ambros) als Privatkopie darauf speichern könnte.

So eine Gebühr erzürnt die Gemüter der Konsumenten. Die wollen entweder dass alles beim Alten bleibt oder schlagen eine Speichermedienabgaben-Flatrate für jeden Haushalt vor, immerhin kann jeder Raub- und Privatkopien von österreichischen Werken anfertigen. Genau, das wäre dann wie mit dem GIS.

Oder dass eine Gebühr auf CDs und Musik-Downloads verhängt würde. Das hat zwar den Vorteil, dass man zielgerecht an den Urheber zahlt aber diese Reform träfe nur die armen ehrlichen Schweine die Musik tatsächlich kaufen.

Doch es gibt Hoffnung :

Kunden, die ein Speichermedium nicht für Privatkopien verwenden, können die Abgabe zurückfordern. Sie müssen nur „glaubhaft“ machen, dass die betreffenden Artikel für andere Zwecke zum Einsatz kommen.

Ich habe euch eine Liste zusammengestellt. Wie man wiederlegt dass Speichermedien zu Pirateriezwecken genutzt werden :

  • USB-Stick Einen Screenshot vom Verzeichnis, der Nacktfotos von der Nachbarin gegenüber zeigt, einsenden
  • Festplatte Einen Screenshot vom Verzeichnis, der Backups vom PC (den Musikordner weglassen) und Nacktfotos vom Mann des Chefs zeigt, einsenden
  • CD/DVD Einen Screenshot vom Verzeichnis, der Lieblingspornos und selbstgedrehte (Darsteller sind die Nachbarin gegenüber, der Mann des Chefs und der Nachbar nebenan) zeigt, einsenden
  • SD-Karte Einen Screenshot vom Verzeichnis, der Nacktfotos vom Nachbarn nebenan zeigt, einsenden

Die austromechana, die sich für österreichische Künstler einstetzt, wie der WWF für vor dem Aussterben bedrohte Pandas, hat sich zu diesem Anlass ein unterhaltsames Suchspiel auf ihrer Webseite ausgedacht : Wer findet das richtige Rückerstattungsformular ?

Also am besten Festplatten & Co weiterhin aus dem Ausland bestellen.

Weiterführende Links (beide von futurezone.at, die Propagandaseite der NEOS führe ich bewusst nicht an) :

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