Chroniken der Unterwelt

chroniken_01Liebe Kinder, wir basteln uns heute einen Teenie-Bestseller. Dazu brauchen wir erst einmal eine einfache Basis. Zum Beispiel zwei Gruppen, die verfeindet sind und sich bekriegen. Um es für die junge Leserschaft interessanter zu gestalten, fügen wir etwas Übernatürliches hinzu. Vampire und Werwölfe also. Ach, die sind schon vergeben ? Nun gut, dann nehmen wir Vampire und Dämonen.
Wir leiten die Story am besten so ein, dass sie an Offensichtlichkeiten nur so trieft, dann können die 16jährigen Mädchen stolz auf sich sein, sie haben es ja gleich gewusst. Die Protagonistin schleppt ihren besten Freund (der steht natürlich voll auf sie, ist aber von Anfang an gefriendzoned, was sie ihn auch regelmäßig wissen lässt) in irgendeinen Underground-Schuppen. Cut.
Wir stellen die Fantasiewesen vor. Und weil keiner den narrativen Erzählstil mag, packen wir die Infos dazu stümperhaft in die Dialoge hinein. Als müssten Dämonen ihren Erzfeinden erzählen, wer sie sind, was sie machen und wieso und warum und überhaupt. Diese Grünschnäbel merken das sowieso nie.

Ein gutes Zeichen für die Massentauglichkeit eines Buches ist dessen Verfilmung. Welche aber auch floppen kann, wie unser Beispiel veranschaulicht. Berühmt wird damit niemand.

Ihr denkt jetzt, ich hätte ernsthaft Geld für so ein schlechtes Buch ausgegeben ? Nein, mir ist einfach im Kino eine “Leseprobe” in die Hände gefallen, weil sie ja den Schmonsens verfilmt haben. Gebt euch das mal :

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Habt ihr Wind von diesem Film/Buch bekommen ? Oder ihn sogar im Kino angesehen ? Dann sagt mir doch mal, was ihr davon haltet. Aber bitte niemand unter 18, euch kann ich in diesem Fall nicht ernst nehmen.

Posting Nr. 1000 : Frau Weltmacht im großen Britannien

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Frau Weltmacht im großen Britannien

Es muss immer erst ein Jahr oder mehr vergehen, bis ich einen Reisebericht online stelle, der bis dahin in meinen Drafts herumgurkt. Oder ich vergesse ganz drauf und stoße dann zufällig wieder auf ihn und wundere mich.

Diese Erzählung spielt sich im Mai des Jahres 2013 ab.

Alles fängt mit der Buchung einer “Rosamunde Pilcher Rundreise” durch Südengland an. Es handelt sich aber um keine Massentourismus-Bus-Abfertigung, wie Pensionisten sie gerne in Anspruch nehmen, sondern man borgt sich ein Auto aus und kann entscheiden, zu welcher Tageszeit man die nächste Station, damit meine ich das Hotel, in Angriff nimmt und was für schöne Dinge und Orte man sich ansieht.

Wir beginnen in Bristol, gleich beim Airport ist auch der Fahrzeugverleih, den wir eine halbe Stunde gesucht haben. Außerdem hat es wie aus Eimern geregnet und die Rollen meines Koffers gingen beim Transport kaputt. Ich befand mich in Festtagsstimmung.
Wie man weiß, herrscht in England Linksverkehr, das brachte auch immer wieder Schwierigkeiten mit sich. Meine Mutter ist gleich am ersten Kreisverkehr gescheitert und beinahe in ein anderes Auto reingedonnert. Zur Geisterfahrermeldung ins Radio haben wir es aber leider nicht mehr geschafft.

Leute, hier in England stehen an jeder Ecke mindestens zehn Kühe und/oder Schafe !

Alle Hotels wurden mit vier Sternen bewertet, auf diese Angabe kann man sich aber leider nicht mehr verlassen. Denn unsere erste Unterkunft in Bristol war der Wahnsinn. Ein wahres Luxus-Hotel, 15+ Stockwerke, komplett verglastes, großes Restaurant, Lounge und der obligatorische Kristall-Luster in der Lobby.

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Exeter war ebenfalls luxuriös, sogar pompöser, fast wie ein Schloss :

exeter_hotelEs folgten zwei Nächte in Falmouth, wo das St. Michael’s nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Spa war. Das hieß Whirlpool, großes Indoor-Schwimmbecken, gut ausgestatteter Fitness-Bereich, Massagebehandlungen, nur gegen Aufpreis versteht sich, alles in einem maritimen, freundlichen Stil gehalten.

england_2013_11In genau diesem Zimmer habe ich geschlafen :

Das nächste Hotel befand sich in Torquay, auch an der Küste. Dieses Städchen entspricht genau dem, was man sich vorstellt, wenn man an eine in den 80ern im Tourismus sehr beliebte Stadt denkt, die heute, 30 Jahre später so ziemlich alles an seinem Glanz verloren hat und verkommen wirkt.
Die Fassade des Hotelgebäudes war mit Grünzeug bewuchert und die Farbe an vielen Stellen abgebröckelt. Schon am Parkplatz meinte meine Mutti “Das ist eine komische Aura hier.”. Der Empfang wirkte schäbig und es war wie im Horrorfilm ein verlassenes Eckchen in dem wir einquartiert wurden. Die ganze Nacht wartete ich auf den irren Massenmörder mit dem elektrischen Tranchiermesser. Vergebens.
Bilder fand ich leider keine und vorm Selberknipsen hatte ich Angst. Ihr kennt ja die Bilder mit den Geistern drauf, die an gruseligen Orten gemacht wurden.

Es folgte schlussendlich Bath. Wir schliefen im hintersten Zimmer direkt unterm Dach, das sehr alt aber romantisch mit urigen blumenbedruckten Überdecken und dunklen, antiken Holzmöbeln eingerichtet war. In dieser Stadt entdeckte ich auch das bisweilen (wegen dem Bienenwachsüberzug) perfekteste Lakritz auf diesem Erdball. Beegan und zuckerfrei :

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Meine Theorie ist, dass die Angabe der vier Sterne bei Hotels der Durchschnitt ist. Das heißt, wir haben uns im Rahmen von zwei bis sechs Sternen bewegt. Ich mochte diese Variation aber, es hat Spaß gemacht, einmal im modernen Fitnessraum zu trainieren und dann Angst zu haben, dass einem der Putz von der Decke im Schlaf ins Gesicht krümelt und man an einer Asbest-Vergiftung stirbt.

Hin und wieder trank ich Kaffee zum Frühstück. Das stellte wirklich nirgends ein Problem dar, alle hatten sie Sojamilch. Auch in den großen Supermärkten finden sich viele pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten :

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Großer Nachteil : In vielen Produkten steckt massiv Zucker drin und möchte man sich gesund ernähren, kostet das Zeug nochmal doppelt so viel wie bei uns, nur dass die Preisklasse der Lebensmittel hier eine Stufe höher angesetzt sind als bei uns. Obst und Gemüse war sowieso oft nur in geringen Mengen verfügbar, die Engländer haben es nicht sonderlich mit Früchten.
Dafür aber mit Recycling. Auf den Packungen  steht überall, dass man sie wiederverwerten kann oder sie bereits neu benutzt wird.

Dies war mein erster 80/10/10 HCRV*-Urlaub. Es fing damit an, dass ich überall die Obstteller beim Frühstücksbuffet leergefuttert habe, dann kamen die typischen englischen Frühstücks-Mushrooms dazu, von denen ich akribisch das Fett, wenn nicht sogar die Butter weggetupft und gewischt habe. Das “R” in “HCRV” konnte ich schon einmal streichen.
Zu Hause hatte ich mir zehn Packungen Trockenobst zu je 250g mitgenommen. Man kann sich vorstellen, wo mir Trockenpflaumen nach der zweiten Packung standen. Reifes Obst gab es nirgends, zwei Mal aß ich aus Verzweiflung sogar Bohnen, entdeckte bei Aldi (gibt  es sogar in England) dem Himmel sei dank Smoothies in der 1l-Packung, ernährte mich dann hauptsächlich von diesem Zeug und Fruchtsaft.
Am Schluss deckte ich mich auch noch ordentlich mit Reiswaffeln ein. Leider kam ich wohl keinen einzigen Tag auf genügend Kalorien, dafür kann ich mich umso mehr auf den nächsten England-Aufenthalt im Jahr 2015 vorbereiten, von dem ich dann Anfang des kommenden Jahrzehnts berichte.

*was 80/10/10 ist, kann man hier nachlesen, HCRV steht für High Carb Raw Vegan

In Exeter sind wir auf einen Bioladen gestoßen. Als ich mich so umsah, stellte ich die Vermutung auf, dass das hier der einzige in England außerhalb von London ist.
Mein mini food-haul :

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Die größten Schwierigkeiten, abgesehen vom Linksverkehr hatte meine werte Frau Mutter mit der englischen Sprache. Da hießen die Kreisverkehre “rounderball” statt “roundabout” und wenn sie mal musste sprach sie “I must to the toilet.”. Beim Lesen einer Lokaltageszeitung, die Headline lautete “Charlie Sheen Life Style”, freute sie sich darüber, etwas über einen ihrer Lieblings-Martial-Arts-Schauspieler zu lesen, der ihr in Rush Hour besonders gefiel. Rechtzeitig konnte ich sie aufklären, dass sie Jackie Chan meinte.

Wie es nicht anders sein könnte, kam mir erst zwei Tage vor der Rückreise nach Wien die grandiose Idee, auf die ich den ganzen bisherigen Urlaub gewartet hatte. Nämlich das Führen eines Reiselogbuches.

Reiselogbuch Eintrag 1 19.5.2013 – 10:30

Heute morgen aß ich aus Verzweiflung Baked Beans, wohlgemerkt mit Wasser vermischt um die gezuckerte tomato sauce loszuwerden sowie drei Scheiben brown toast. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass mein Körper in irgendeiner Form damit umzugehen weiß. Blähungen und Bauchweh also.

Reiselogbuch Eintrag 2 19.5.2013 – 11:35

Bin schon die ganze Zeit am überlegen, mit welchen Worten ich den Trip durch Südengland am besten zusammenfasse, wenn ich gefragt werde : “Na, wie war’s in England ?” Ob ich Stichworte verwenden soll ? “Regen, Kühe, Schafe, Wolken, Toiletten, Sonne, Klippen, Gras, Kühe, Schafe, Gärten, Meer, Möwen, Kühe, Schafe” oder vielleicht auch ein Link zum Intro zu Postman Pat. Wäre hier alles aus Knetmasse könnten wir gleich eine Folge drehen.

Reiselogbuch Eintrag 3 19.5.2013 – 14:10

Immer wieder begegnen wir auf den Bundesstraßen überfahrenen Tieren, was mich jedes Mal schockiert nach Luft schnappen und meine Augen schnellstmöglich schließen lässt. Scheiß Veganer.

Reiselogbuch Eintrag 4 20.05.2013 – 5:00

Breakfast in bed funktioniert nicht mit Reiswaffeln.

Reiselogbuch Eintrag 5 21.05.2013 – 18:15

Die Frau zwei Sitze weiter von mir hat soeben einen Kugelschreiber gezückt um sich einige Stellen in ihrem Buch zu markieren. In mir zieht sich gerade alles zusammen.

Schade fand ich, dass wir täglich um die 60-100 Kilometer zurücklegen mussten um rechtzeitig in den Unterkünften einzuchecken und dementsprechend wenig Zeit zum Erkunden und Abenteuer erleben blieb. Den einen oder anderen wunderschönen Garten, Leute ich sag es euch, darauf fahren die Briten voll ab, konnten wir uns ansehen und ein wenig durch die Stadt schlendern war auch drin aber durch mein boggy moor konnt e ich nicht hüpfen und zum Doctor Who Museum fahren war ebenfalls nicht drin.

Auf dem Rückflug fing ich bitterlich an zu weinen. Am liebsten hätte ich ein One Way-Ticket gebucht, die Leute sind so unglaublich freundlich und hilfsbereit und aufgeschlossen hier. Das fällt schon beim Verkehr auf. Kein einziges Mal hat irgendwer seine Hupe verwendet während wir unterwegs waren, die Autofahrer sind einfach relaxed.
Dann gibt es noch überall in der Öffentlichkeit saubere, kostenlos zur Verfügung stehende Wassertoiletten.

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Der Wizard war auch in England und hat seine Erzählung davon ebenso verwurstelt. London um genau zu sein, und die ist so lang geworden, dass er sie in drei Teile gesplittet hat. Bei ihm gibt es also sicherlich mehr zu lesen als hier.

Hier geht’s weiter zum Bericht : London Teil 1 : Schlafen Impossible

Und zuguterletzt : Der Haufen Urlaubsfotos, den ich mitgebracht habe

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Schwer zu erkennen. Ich befinde mich hier in einem Irrgarten :

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Zuckerfreie Schokolade am Flughafen in Amsterdam. Awesome !england_2013_07An den Niederlanden kann man sich was Nachhaltigkeit angeht, wirklich eine Scheibe abschneiden :

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Paul Davies – So baut man eine Zeitmaschine

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Unwissend und guten Willens suchte ich mir eines der dünneren Bücher in der Physik-Abteilung der Bibliothek aus. Unwissend der Tatsache, das wir hier ein populärwissenschaftliches Bilderbuch haben, um es überspitzt auszudrücken.

Bilderbuch deshalb, weil gut 10-15 Seiten nur mit Grafiken zur besseren Veranschaulichung von bereits für Jugendliche verständlichen Erläuterungen gefüllt sind. Trotzdem hat mich das Buch an einigen Stellen verwirrt, da von einem Thema zum anderen gehüpft wurde ohne auch nur irgendeinen Zusammenhang zu geben.
Noch schlimmer ist, dass sich der Autor nicht entscheiden konnte, nach welchen Kriterien er auf für Laien und Fortgeschrittene Unverstänliches eingeht. Zum Beispiel wird überhaupt nicht ausgefüht, wie denn genau ein Collider oder ein Inflator funktionieren.

Es kommt noch schlimmer. Herr Davies bleibt auch noch bei Details hängen, die für das Verständnis der Materie absolut nicht von Bedeutung sind und wechselt gerne zwischen sehr simpler und enorm komplexer Ausdrucksweise.

Was mir zum Schluss aber sehr gefiel, war der Teil zur Auswirkung von Zeitreisen, in dem verschiedene durch solche entstehende Paradoxa eingegangen wird, wie “Was passiert, wenn ich in die Vergangenheit reise und meine Großmutter ermorde ?”

Als Einstieg in die Astrophysik ist diese “Anleitung” sehr gut geeignet, möchte man sich wirklich auskennen und verstehen, sollte man sich aber ein weitaus wissenschaftlicheres Buch zulegen, zum Beispiel von Brian Greene oder Stephen Hawking.

Frau Weltmacht und die Mormonen

Jordan sprach mich im Juli auf mein Doctor Who-Shirt an, so kamen wir ins Gespräch. Als erstes fiel mir sein Missionarsoutfit, bestehend aus weißem Hemd, Krawatte und auszeichnendem Namensschild auf. Da ich mich bemühe, vorurteilsunbehaftet durch die Welt zu gehen, ließ ich mich auf eine Unterhaltung mit ihm ein. Mir war bewusst, dass er früher oder später mit dem Thema “Glauben” anfangen würde, und so lud er mich dazu ein, mir seine Geschichte zu erzählen.

Weil es mich interessierte, wie ein junger, kluger Mensch so überzeugt von einer Religion wie dieser sein kann, wollte ich mir anhören, was er zu sagen hatte und nahm seine Offerte an.

Ich befinde mich gerade am Heimweg von unserem Treffen im Zentrum für Jugendliche der Kirche der heiligen letzten Tage oder so. Fälschlicherweise ging ich davon aus, ihn im Zivil zu treffen. Und alleine. Er empfing mich zusammen mit einem anderen “Elder”, so heißen wohl die Missionare bei den Mormonen. Statt uns in einen Park oder ein gemütliches Café zu setzen, ließ ich mich auf besagtes Mormonen-Jugend-Zentrum ein.

Vor Ort wurden wir bereits von einem alten Herrn erwartet, auch ein “Elder”, wohl aber höheren Ranges. Der Raum war hell und ordentlich, gleich beim Eingang stand ein Tischfußballtisch und weiter hinten war es auch möglich Billard zu spielen. Scheint entweder ziemlich langweilig zu sein, seine Zeit hier zu verbringen oder ich interpretiere falsch.

Wir setzten uns auf schwarze Ledercouches und Jordan meinte, bevor ein Gespräch beginnt, wird gebetet. Meinetwegen. Alle nahmen eine bedächtige Position ein und schlossen die Augen. Mein Gesichtsausdruck wurde skeptisch. Jordans Kollege begann, sich bei Gott dafür zu bedanken, dass wir heute zusammenfanden und sagte noch irgendwelche abgedroschenen Gebets-Dinge. Die drei Männer schlossen ihre Gebete mit einem “Amen” ab.

Man erkundigte sich, wie es mir soeben ging. Ich sagte, mich unwohl gefühlt zu haben, da ich den Sinn, sich bei jemandem, dessen Existenz weder bestätigt, noch widerlegt ist, für Dinge zu bedanken, die man selbst bewerkstelligt hat.

Es ging damit weiter, dass er mir auf langatmige Weise erklärte, was Mormonen sind und woran sie glauben. Das Buch Mormon ist ein ergänzendes Werk zur Bibel, ebenfalls ein Ratgeber der anderen Art, in der sich jeder Leser wiederfindet. Es besagt, dass alle Menschen nach dem Tod zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt wieder aufersteht und – je nach Jesus Christus’ Urteil auf ewig unendlich glücklich weiterlebt oder in der Hölle schmort.

Darauf bereiten sich die Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft ihr Dasein auf Erden lange vor. Das macht sie natürlich zuversichtlich und glücklich, Vorfreude ist ein tolles Gefühl. Mein Problem damit ist die Realitätsferne, mit der an die Sache herangegangen wird.

Gleich nach dieser Einführung habe ich meinen Standpunkt klar gemacht.
Es gibt nichts Übersinnliches. Vereinfacht ausgedrückt sind wir ein Haufen zusammengesetzter Teilchen, in dem chemische Prozesse ablaufen und ein unbedeutendes Pünktchen im Universum. Höhere Mächte und die Idee eines Schöpfers sind Firlefanz. Ich glaube an die Physik und mich, mehr brauche ich auch nicht.

Mir wurde daraufhin die Existenz eines Gottes damit begründet, dass ich auf dieser Welt bin, es war dem Richter Jesus’, Wille und da ich schließlich auch weiß, dass es New York gibt, obwohl ich es nie mit eigenen Augen sah.

Für mich gab es danach nur einen klaren Schluss : Zwerge und Orks können somit genau so gut existieren. Steht ja auch in Büchern. Ich frug den Mormonen-Ältesten, ob das denn ihrer Meinung nach, auch möglich sei. “Das könnte gut der Wahrheit entsprechen.” Ab diesem Zeitpunkt war es endgültig vorbei. “Und wenn ihr einfach sterbt und es kein “Danach” mehr gibt ?” erkundigte ich mich. “Dann hast du Recht behalten, aber du wirst schon sehen, wenn du dann vor Jesus, dem Richter, stehst.” Ich bewundere diese Menschen dafür, so zweifellos an etwas derart weit Hergeholtes zu glauben.

Jordan wollte mir vorhin genanntes Buch Mormon mitgeben, damit ich es lesen und mich selbst davon überzeugen kann, ob das alles Realität oder Schwachfug ist und vielleicht auch daraus lernen zu können. Ich nahm es und blätterte darin. Permanent sprangen mir Worte wie “Gott”, “der Herr”, “Jesus”, “Geist”, “Glaube”, etc. ins Auge. “Es tut mir leid, ich habe bereits eine gefestigte Meinung zu Gott, Jesus und dem heiligen Geist. In meinem Regal stehen noch so viele spannende Bücher, die ich alle lieber lese als dieses hier.” sagte ich und gab es ihm zurück.

Man verabschiedete mich mit “Wir lieben dich trotzdem.”

Fifty Shades Of Crap

Du suchst ein Buch, das so richtig versaut ist ? Eines, das deine dunkelsten sexuellen Gelüste befriedigt ? Das keine Tabus kennt und dich an deine Grenzen bringt ?

Dann sollest du dir keinesfalls “50 Shades Of Grey” zulegen.

Die Titel der Triologie sind trotzdem der Brüller :

  • Befreite Lust
  • Gefährliche Liebe
  • Geheimes Verlangen

Mindestens genau so unterhaltsam lesen sich folgende Rezensionen auf Amazon, die das Buch mit einem Stern bewerten :

Später entdeckte ich folgendes Buch, dass sich schneller auf meinem Wunschzettel befand, als ein Glas Nutello in Alexanders Bauch verschwindet :

Sixty Shades Of Blood

*** NOCH HÄRTER *** NOCH EXTREMER *** NOCH SEXISTISCHER *** Endlich! Die deutsche Antwort auf die erfolgreichste Erotik-Trilogie seit der Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher! Ein Must-Have für jeden Leser, der unter dem Original gelitten hat, für Liebhaber gepflegter Porno-Schund-Schmonzetten, und für alle, die Häme und Schadenfreude genießen können.

Von dem es auch drei Teile gibt :

  • Episode I: Rote Lust
  • Episode II: Dunkelschwarze Gier
  • Episode III: Schockrosa Ekstase

Fun-Fact :

Die Jungmutter im Beachclub, die mit der rechten Hand den Kinderwagen geschoben und in der linken “50 Shades of Grey” gehalten hat.

Genau an dem Tag, als ich diese Zeile im Wien Live-Magazin las, sah ich eine Jungmutter mit Kinderwagen, zwar nicht im Beachclub, dafür im Gastgarten eines Lokals, das ich auf dem Heimweg passierte. Und was hatte sie in der Hand ? Drei Mal dürft ihr raten.*

*Des Rätsels Lösung : 50 Shades Of Grey

Fundstücke der Woche #31

Jetzt hab ich so viele Nicht-Bildchen angehäuft, da lasse ich diese Woche die Grafiken einfach weg.

Aus der Rubrik “Dinge, die unser Leben erträglicher machen”

Veganes Kochbuch von Dr. Oetker

Vegane Tiefkühlpizza in österreichischen REWE-Supermärkten

http://neuerdings.com/

Gaming Luggage Labels, mein Favorit : Rapture

http://fuckwinter.at/

Makrelen-Federmäppchen

***

Aus der Rubrik “Videos”

And The Darwin Award goes to …

via http://pixella-bloggt.com/

via Alexander

via http://www.mindsdelight.de/

***

Aus der Rubrik “Alles Mögliche, nur keine Ölsardinen”

Für ein effizienteres Leben

Für angehende Alternativ-Süßer

Für feministische Geeks

Für Junkies mit Server-Problemen

Für Light-Scrapbooker und Kinokarten-Aufheber

Für nostalgische Informatiker

Für ein paar entspannte Momente

Für Tante Google’s Nichten und Neffen

Für den Leerlauf im Gehirn

Für Naive, die aufwachen wollen

Für vegane Hobbygärtner

Für Wegschauer

Für Eilige

Für Hardcore-Veganer

Für Sport- und Brötchen-Fans

Für die … ach, das schreibe ich morgen fertig. via Alexander

Für querdenker

Für melancholische Anti-Spieler

Für die werdenden Eltern von Tyron-Chase und Angel-Sky Lee Ann via Alexander

Für die schnelle Blog-Rezeptesuche

Für Kritiker der Schulmedizin

Für alte Zeiten

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Aus der Rubrik “Habenwollen der Woche”

via http://www.luisaviaroma.com/ bzw. http://neuerdings.com/

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Aus der Rubrik “Das Webphänomen ‘Katze'”

http://meowbify.com bzw. food and blood “meowbified”

http://infinitecat.com/

http://catsinsinks.com/

***

Aus der Rubrik “ZOMBIES !!!”

Zombie Tarot

Zombie Board Game via Alexander

2012 Wien : Eine Stadt. Ein Buch.

http://www.einestadteinbuch.at/

Jedes Jahr, und dafür bin ich unaussprechlich dankbar, gibt es in Wien, dieses Jahr vom 22. bis 28.11, die Aktion “Eine Stadt. Ein Buch.”. Das heißt, es gibt ein ausgewähltes Buch free for all. Hier ist die Amazon-Seite zum diesjährigen Exemplar : “Eine Hand voller Sterne”.

Über mehrere Jahre hinweg führt ein Bäckerjunge in Damaskus ein Tagebuch. Es gibt viel Schönes, Poetisches und Lustiges zu berichten, aber auch von Armut und Angst erzählt er.

Er schildert seinen Vater, den Bäcker, seine Mutter, die Meisterin im Handeln auf dem Basar, seine kleine, pfiffige Schwester Leila. Er erzählt von seinen Freunden und natürlich von Onkel Salim, dem alten Kutscher, der die herrlichsten Geschichten weiß.

Eines Tages wird sein Vater bei einer willkürlichen Verhaftungswelle von der Polizei abgeholt und gefoltert. Dies bestärkt den Jungen in seinem Traum, ein Journalist zu werden, der gegen Ungerechtigkeit und politische Verfolgung kämpft.

Verteilerstellen hier zu finden.