Wer hat Angst vorm GIS-Mann ?

Wer hat Angst vorm GIS-Mann ?

Ein Freund von mir hat mir einmal von seinem kleinen Bruder erzählt, der abends Angst davor hatte, dass der GIS-Mann unter seinem Bett ist. Nicht unbegründet.

Mit dem GIS ist es so : Stell dir vor, du stehst mit deinem Auto an einer Ampel. Jetzt kommt wer und putzt dir die Windschutzscheibe. Wie nett, möchte man sich denken. “5 Euro bitte !” sagt die Person dir. Und das obwohl du nicht danach gefragt hast. Verschmiert ist die Scheibe jetzt auch noch. Toll.

Ich war gerade aus der Duschkabine gestiegen als es an der Türe klopfte. Als vorsichtiger Mensch linse ich selbstverständlich vorher durch den Spion ob nicht ein Mann mit Narbengesicht, Augenklappe und Maschinengewehr in der Hand dasteht bevor ich aufmache. Ein älterer Herr. In meiner Hektik dachte ich nur es wär ein Nachbar, er trug ja keine Augenklappe. “Grüß Gott ! Gebühren Info-Service” sagt der Beamte und zeigte mir sein wohlgemerkt NICHT auf der Jacke angebrachtes und mit dem gelben Symbol des Bösen, dem   GIS   – Logo versehenes Namensschild.

Mein Blutdruck hatte sich nun schlagartig erhöht und eine Art Paralyse setzte in meinem Körper ein. Diese beeinflusste auch meine Gehirnleistung. Rationales Denken ? Klare Fehlanzeige. Was ich nicht alles hätte sagen oder machen können. Lügen wie “Ich wohne hier nicht.” und “Geh, wir haben keinen Fernseher und auch keine Internetverbindung.” oder einfach die Türe wieder zumachen. Hätte Hätte Fahrradkette.

Es ging damit weiter dass ich wissen wollte, woher man denn wüsste, das in dieser Wohnung ein Anschluss vorhanden sei, nachdem er das als Anmelde-Vorwand brachte. “Ich habe hier stehen, dass es einen Kabelanschluss in diesem Haushalt gibt.”
Wie ein Politiker. Mir kam wieder in Erinnerung was mir eine Bekannte unlängst erzählte : Das GIS beauftragt ihre Angestellten mit einer Art Radar durch die Straßen zu fahren um herauszufinden wo Fernsehen empfangen wird. Diese Bastarde.
Mein Kämpfernaturell lies mich den Menschen das Anmeldeformular für mich ausfüllen während mir der Schweiß den Nacken runterlief. Ganz toll gemacht. Wieder alleine war mir  ehrlich nach Weinen zumute.

Einige Tage und Telefonate später kam es mir : Da ich kein eigenes Einkommen habe, kann ich eine Gebührenbefreiung beantragen und mich dann einfach wieder abmelden. Heureka !

WIE MAN SICH WIEDER VOM GEBÜHREN-INFO-SERVICE BEFREIT :

1.1. Sofern man zu viel Geld verdient um eine Befreiung zu erwirken, sofort nach der Anmeldung eine Abmeldung per Mail schicken. Einfach die Teilnehmernummer (telefonisch erfragen) oder Namen und Adresse angeben und dass man alle Geräte im Haushalt abmelden möchte.

1.2. Es empfiehlt sich auch bei einer Befreiung die Empfangsgeräte abzumelden, sonst muss diese immer wieder beantragt werden.

2. Den Wisch, der ein paar Tage nach dem willkommenen Besuch nach Hause geflattert kommt bitte nicht entsorgen, zumindest den Erlagschein für den einen Monat sollte man noch einzahlen.

Es folgen drei wirklich wichtige Links für alle Betroffenen :

  1. DER GIS-KILLER – Die aktuelle Rechtslage sowie ein Programm, das den Empfang von Internet-Radio und -TV unterbindet
  2. Mehr Info zum aktuellen Gerichtsurteil (Stand vom 23.09.2014)
  3. Die erste Beschwerde eines Zivilisten an das EU-Höchstgericht.

Um abschließend wieder zu den erfreulicherern Dingen des Lebens zu kommen : Von Anton Horvath gibt es ein herrliches Video, das jeder Österreicher verstehen wird und dem Deutschen/Schweizer näherbringt, was wir hier im Größter-Teil-der-Alpen-Staat vom GIS halten :

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Die Pizzeria Anarchia ist nicht geblieben

pizza_bleibtDer 28. Juli 2014 war der Tag, an dem das bekannteste besetzte Wohnhaus Wiens, zumindest, seit man es in Zeitung, TV und Radio ankündigte, geräumt wurde.

pizza_raeumung


[1]

Gute Hintergrundinformationen liefert dieses Kurzvideo auf der Vice-Webseite und auch der Standard hat selbstverständlich einen Artikel dazu parat, in der Kommentarsektion trifft man gemischte Gefühle und die üblichen Korinthenkacker an.

Die Medien sprachen von 1.700 Polizisten im Einsatz. Sicherlich nicht auf einmal. Und das wegen ein paar Leuten, die einfach nur bleiben und gegen dreiste Delogierungen protestieren wollen.

Wie auch auf dem Blog der ehemaligen Pizzeria Anarchia zu lesen, hat die Bewegung gegen Gentrifizierung lange nicht aufgegeben. Es sind bereits wieder einige Demos “für die Nutzung leerer Räume und ein selbstbestimmtes Leben” angekündigt.

Statt dass gegen die Hausbesitzer vorgegangen wird, räumen sie das Gebäude in einem Polizeigroßeinsatz. Und das, obwohl jeder weiß, wie es um die Wohnsituation in Wien steht. Mit dem Immobilienhandel haben sich zahlreiche Unternehmen ein gutes Standbein gefunden. Als Anlage versteht sich.
Denn das funktioniert fast überall so, dass Mieter von Altbauwohnungen hinausgeekelt werden, das gesamte Wohnhaus einer Generalsanierung unterzogen wird und dann, Pfusch hin oder her, das vielfache des ehemaligen Mietpreises verlangt wird. Wenn das in der ganzen Stadt passiert, haben wir den Salat.

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Dieser Artikel des Kuriers zeigt ein gutes Beispiel für die Vorgehensweisen der hiesigen Wohnhauseigentümer auf. Unerklärliche Hausbrände, Müll, der nicht abgeholt wird, Gas- und Wasserleitungsgebrechen, die nicht behoben werden. In anderen Fällen, werden Schlösser ausgetauscht, Umbauarbeiten in der Wohnung angefangen, aber nicht abgeschlossen, wie etwa das Ausheben des Fußbodens oder unangekündigte Kontrollbesuche.

Wer meint, bei der Stadt Wien, also Wiener Wohnen sei man gut aufgehoben,, der werde eines Besseren belehrt : Bei Gemeindebauten gibt es für Anwärter zwei bis fünf Jahre Wartezeit bis sie einziehen können. Und selbst da sehe ich in letzter Zeit einen aufsteigenden Trend was das Erhöhen von Mieten und Pfuschen bei Sanierungsarbeiten angeht.

Eigentlich ein guter Tag für alle organisierten Verbrecher und Kleinkriminellen Wiens. Wenn der Großteil aller Polizisten in der Mühlfeldgasse beschäftigt ist, oder sich gerade vom Einsatz dort bei Kaffee und Mehlspeis’ erholt, ist der perfekte Zeitpunkt zuzuschlagen.

Ob es nun ums Ausrauben eines Juweliergeschäftes ist, der klassische Überfall in der Post und der Bankfiliale oder alten Semestern die Wertgegenstände aus der Wohnung zu räumen, man hätte meinen können, am 28. Juli kamen alle auf ihre Kosten.

Wenigstens ist die Politik jetzt bereit, darüber nachzudenken, etwas zu verändern. Vorsichtig gesagt.

[1] http://diepresse.com
[2] http://www.lebensmittelfotos.com