Schon wieder Trubel um ein Nackerpatzl-Plakat

Die Leute haben es immer mit Genitalien.

Es gilt die Vermutung, wie auch die Tagespresse berichtet hat, folgender Anblick lässt an Homosexualität erkranken :

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Das Vice-Magazin hat Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren zu dem vieldiskutierten Plakat befragt, die Reaktionen waren keinesweges ablehnend oder verklemmt wie die vieler Erwachsener. Wobei man dazusagen muss, dass zum Klientel dieses Magazins sehr lockere Menschen gehören und ich keine Ahnung habe, wo genau sie die Kinder aufgegabelt haben.
Sollte man mit einem jüngeren Stöpselchen (so nenne ich gerne Kleinkinder) daran vorbeikommen, kann man ihm ja einfach sagen, dass es selten aber doch Menschen gibt, die Busen und Penis haben oder keine Brüste, dafür aber eine Vagina zwischen ihren Beinen ist.

Viele Eltern schaffen es ja auch zu vermitteln, den Hund im Haus liebzuhaben und die Kuh am Teller zu essen. Ein Kommentar auf derstandard.at bringt was ich damit sagen will gut zum Punkt :

Interessant, wie viele Menschen mit dem Argument auftreten, sie seien gegen das Plakat, weil “wie sollen sie ihren Kinder das erklären”?

Ich persönlich hätte ein viel größeres Problem damit, einem Kind angesichts eines hungernden Flüchtlingskindes auf einem Plakat zu erklären, warum das Kind von zu Hause flüchten musste und hungern muss. Und warum ich persönlich jetzt nichts dagegen unternehmen würde? DAS wären unangenehme Fragen für mich.

Haben besagte Eltern damit kein Problem?

Aber mit Fragen neugieriger Kinder, die eine Abweichung von dem feststellen, das sie bisher kannten (und das kommt bei Kindern täglich vor)?

Da scheinen nicht die Kinder das Problem zu haben, sondern die Eltern.

Die FPÖ hat wegen des abgebildeten Hermaphroditen eine Strafanzeige eingebracht. Im Standard-Artikel heißt es dazu :

Kitzmüller beruft sich auf den Paragrafen 2, der besagt, dass pornografische Schrift, Abbildung oder sonstige Darstellung, die “die sittliche oder gesundheitliche Entwicklung jugendlicher Personen durch Reizung der Lüsternheit oder Irreleitung des  zu gefährden, oder einen solchen Film oder Schallträger einer Person unter 16 Jahren gegen Entgelt anbietet oder überlässt”, zu bestrafen sei.

Mit Pornografie hat es aber nichts zu tun. Kein Geschlechtsakt. Keine obszönen Posen. Keine Pornografie.

Und jetzt noch mein Best Of der Kommentare unter dem Artikel :

Die meisten Kinder/Jugendlichen, die sich in Wien so herumtreiben, malen selber Zumpferl auf die Plakate…

 

Wir halten fest: Menschen, die aus hormonellen, gonadalen oder chromosomalen Gründen mit dem intersexuellen Syndrom geboren wurden, sind, zumindest, wenn sie bildlich dargestellt werden, eine “Gefahr für Kinder”. Was kommt als nächstes? Rollstuhlfahrer? Die haben Räder statt Beine! Blinde? Die haben Hunde statt Augen! Taube? Die benutzen eine Geheimsprache, die man als “Normaler” nicht versteht…

Unerhört, sowas muss von Volkes Zorn hinweggefegt werden! Noch viel zu tun für FPÖ und Kronen Zeitung… Los, los, …

 

mit einer nackten frau und einem “zwitter” hat die liebe FPÖ ein problem.
keine probleme hat sie offensichtlich mit

-) vorbestraften in ihrer partei
-) leute am rechten rand
-) spiele wo man “Moscheen stoppen muss”
-) 218 “bedauerliche Einzelfälle im zusammenhang mit der politischen gesinnung von parteimitglieder”
-) Verhetzungstexte in Zeitschriften/Internet etc.
-) ein Bundesparteiobmann der mit schlagstock “paintball” spielte
-) Korruption von parteinnahen personen
-) Hypodebakel / Buwog!

Best Of DerStandard.at Teil I

Und wieder was Neues. Hin und wieder stolpere ich auf derstandard.at auf äußerst kluge, witzige oder wortgewandte Kommentare, die ich sammle und hier mit euch teilen möchte. Kontext wird in den meisten Fällen gar nicht erst benötigt.

Menschen neigen zu Vereinfachungen und zu Aggression gegenüber Dingen die unverständlich oder nicht belegbar sind. Da bietet sich die Spiritualität geradezu an. Bei den etablierten Kirchen wird das durch die gesellschaftliche Akzeptanz gemildert.

Naja, die Wurstsemmelopfer liegen uns heute als Früh- und Invalidenrentner und Pflegefälle auf der Tasche. Schauen Sie sich nur mal an, was sich da so durch die Gemeindebauten und die umliegenden Kaffees schiebt und achten Sie dann mal drauf, was die im Einkaufswagen liegen haben, grauslich! Die übetriebene Hysterie der Bio-Mamas nervt natürlich auch, aber dass gesunde Ernährung vor allem über eine Mischung aus Bildung, Interesse und Lusterfahrung gefördert wird, zeigt schonmal wo der Haken ist…

Es gibt eben keine Korrelationen… Außer man weitet den Begriff psychologische Hintergründe soweit aus, dass er null Aussage besitzt, pauschalisiert und trivial wird wie zB. Faul –> Fettleibig –> Herzinfarkt —-> wenn man faul ist bekommt man mehr Herzinfarkt…

Erwarten Sie sich dafür jetzt Lob und Streicheleinheiten, Mitleid, oder sollen wir Ihren offenkundigen Stolz auf diese Unappetitlichkeit als anarchistische Selbstbestimmung bewundern ?

Als Vorspeise schon mal eine Milchschnitte, die obligatorische Extrawurstsemmel hinterher – da darf unten auch zentimeterdick Butter drauf sein – Leberknödelsuppe wo man die Fettaugen so richtig schön oben schwimmen sieht, jetzt gehts weiter mit Pommes aus der Fritteuse bei maximaler Hitzestufe dazu 80%ige Mayo, das erste große Bier ist jetzt schon getrunken und wird durch ein Achterl Weißwein ersetzt, fette Schweinswürste im Speckmantel, zum Nachtisch lacht die Schwarzwälder Kirschtorte, ein glaserl Rum dazu, noch ein Tiramisu und ein Stamperl zum Abschluss. Mit diesem Power-Food erbringen dann nicht nur Kinder, sondern auch gestandene Beamten und Bürohengste jeden Tag aufs neue absolute Höchstleistungen!

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Mann zahlte 100.000 Dollar um auszusehen wie Justin Bieber
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Fundstücke der Woche #42

Die Zahl 42 ist bekanntlich die Antwort auf das Leben, das Universum und den Rest. Tiefgründig, nicht ? So wie die folgenden 19 Bilder.

Aus der Rubrik “Deep Shit”

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The Evil Dead 2013

Da gibt man sich einmal einen Ruck und geht um eines alten Freundes Willen mitten in der Nacht zur Premiere der Neuverfilmung eines Kult-Horrormovies und dann bekommt man einen Streifen wie diesen hier aufgetischt.

Nach den paar Kritiken, wie der von io9, Wikipedia oder dem Trailer auf Mindsdelight, den ich genutzt habe um mich auf den Film, der mich erwartet, einzustellen, hatte ich mir scheinbar ein völlig falsches Bild von Evil Dead gemacht. Womit ich rechnete, war ein grauslicher, aber komischer Film. Was ich bekam, war Schock-Moment nach Schock-Moment und die ständige Angst, der Film würde niemals enden und mich immer weiter, bis die Projektion auf die Leinwand eingestellt wird, erschrecken.

Wenn es etwas gibt, das ich hasse, sind es Szenen, in denen sich Protagonisten mit suchendem Blick zu atmosphärischer Orchestralmusik so langsam, wie es nur geht, durch schlecht ausgeleuchtete Räume bewegen, plötzlich etwas vor, hinter oder neben ihnen steht und das Orchester durch ein auf ein Klavier fallendes Amboss ersetzt wird. Dass die Aussage auf dem Filmposter, “Der erschreckendste Film, den du jemals sehen wirst” auch exakt so gemeint ist, konnte ich nicht ahnen.

Man kann sich jetzt folgendermaßen vorstellen, wie ich im Kino saß : auf die Seite gelehnt, den Blick leicht vom Bild abgewandt, die Ohren, in denen sich bereits ein Gehörschutz befand (Kino ist mir prinzipiell zu laut) darüber hinaus mit den Fingern zugehalten, während ich die Augen bis auf einen kleinen Spalt zukniff, um mir den Anblick grauslicher Fratzen so gut, wie möglich zu ersparen und trotzdem nicht das Gros der Videospur entgehen zu lassen.

Zum Plot :  Es wird die 0-8-15-Horror-Story erzählt. Eine Hand voll junger Menschen wollen gemeinsame Zeit in einer alten, einsamen Hütte mitten im düstersten Wald verbringen, erwecken unvorhergesehenerweise durch Betreten des Kellers das Böse, werden einer nach dem anderen auf morbideste Art und Weise abgemurkst und genau einer überlebt die ganze Tortur.

Was dem Zuseher nicht gezeigt wird : Die zig Therapiestunden, die besagte Person nun benötigt um über den Schrecken hinwegzukommen und wieder ein normales Leben führen zu können.

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