Online-Minigames der Zukunft : Mädchen-Ausgabe

Elsa Brain Surgery. Das spielen die kleinen sechsjährigen Mädchen auf ihren Laptops also seit Neuestem. Soll die das irgendwie dazu anregen ein Medizinstudium zu absolvieren und Ärztin zu werden ? Ernsthaft, WHAT IS WRONG WITH YOU, Mafa & Co ?!

In der Spielbeschreibung steht Folgendes :

Put your scrubs on and start your neurologist role with a thorough medical exam in order to gather as many details as possible about Elsa’s health condition. Check out her temperature and her heart as well and once you’re sure she needs a brain surgery, start shaving her gorgeous blonde hair and prepare her for the long surgery hours. Then feel free to dig into her brain and make sure you use the right doctor tools to cut out her little obsessions, to repair whatever you find broken, …

Was lernen wir daraus ?

1. Auf diesen Bildern nicht zu sehen aber nachdem man die Körpertemperatur eines Patienten gemessen hat, darf man ihm den Schädel aufschneiden. Egal wieso, das sollte man einfach vorher machen, damit es nicht unbegründet wirkt im Gehirn eines Menschen herumzustochern.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.20.43 copy

2. Bei einer Gehirnoperation kommt es meistens zu einem massiven Blutverlust. Deshalb gleich zu Beginn die Transfusion starten.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.20.50 copy

3. Elektroden für die Messung der Herzfrequenz werden immer am Schlüsselbein angebracht. Woanders würde es auch keinen Sinn ergeben.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.21.06 copy

4. Im Kopf eines jeden Menschen liegen immer ein paar kleine Gegenstände herum, die für ihn von Belang sind.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.21.37 copy

5. Die lassen sich aber ganz leicht entfernen, wenn man der Meinung ist, das Denken seines Patienten passt einem nicht. Dazu braucht man nicht mal ein Diplom oder ein abgeschlossenes Medizinstudium. Nach der Extraktion bleiben am Gehirn unschöne grell-bunte Flecken zurück. Einfach mit einem Wattepad entfernen.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.22.03 copy

6. Bevor man den Kopf wieder schließt, sollte man darauf achten, alle violetten Schneeflocken in weiße zu verwandeln.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.22.36 copy

7. Mit einer Handelsüblichen Karotte die große klaffende Wunde im Gehirn schließen …

Screen Shot 2015-01-30 at 01.22.51 copy

8. … und das Schädeldecken-Puzzle richtig zusammensetzen.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.23.04 copy

9. Am Ende des Eingriffes bietet es sich an, dem Patienten ein Stück funkelndes Obst oder zumindest LSD zu geben, damit er sich damit abfinden kann, in den nächsten zwei Minuten das Zeitliche zu segnen.

Screen Shot 2015-01-30 at 01.23.18 copy

Spank Dora Butt. Dora, du warst ein böses, böses Mädchen. Und bösen Mädchen muss der Hintern versohlt werden, also komm her, du Luder ! Dieses Spiel ist vermutlich ebenfalls auf Adult Games-Seiten zu finden. Für die Pedophilen eben. Was lernen wir daraus ?

1. Neugierigen Mädchen prügelt man das Gesäß windelweich. Ob mit der Hand, einem Flip-Flop, einem Lineal, einem Kochlöffel oder dem Klassiker schlechthin : der Gürtel.

dorabutt_01

2. Die beste Uhrzeit dafür ist zehn nach zehn.

dorabutt_03

3. Von Tränen und einem schmerzhaften Aufschrei darf man sich nicht irritieren lassen.

dorabutt_02

3. Je höher die Geschwindigkeit, mit der man aufschlägt, desto besser. Wie wärs mit SM-Pornos nachdem wir im Zoo waren, Ann-Marie ?

dorabutt_04

Spongebob SAW Game. Ich dachte mir “Die können doch unmöglich eine Anspielung auf den Horror-Film machen !?” DOCH ! Sogar die Hintergrundmusik haben sie beibehalten. Weil es mir mit der Zeit zu blöd wurde, habe ich mir nur das Intro angesehen. Spongebob wacht auf und seine Schnecke Gary ist weg. Jigsaw (im Spiel heißt er “Pigsaw”) hat sie in seiner Gewalt und droht, sie zu frittieren.

Daraus können wir gar nichts lernen weil es so schrecklich daneben ist.

sawgame_01

Das Gesicht finde sogar ich richtig gruselig :

sawgame_02

Man hat verschiedene Antworten zur Auswahl. Hier wählte ich “Look, there’s a two-headed ogre behind you !” aus. Für Erwachsene ein netter Zeitvertreib. Was ich als Kind davon halten würde ? Ich fände es verstörend.

sawgame_03

Crazy Dentist. Name ist Programm. Welcher Zahnarzt färbt seinen Patienten die Zähne in schrillen Farben ein und dekoriert sie mit kitschigen Stickern ? Einziges Plus : Man darf sich um Justin Bieber kümmern.

Es gibt sechs Level mit sehr ansprechenden Charakteren :

crazydentist_01 crazydentist_02

Die Zähne waren alle unmöglich, deshalb mussten sie raus.

crazydentist_03 crazydentist_04

Sieht doch echt schick aus, so in rot und mit Blumen drauf.

crazydentist_05

Wie versprochen : Der Bieber.

crazydentist_06

Das Kaiserschnitt-Spiel finde ich auch sehr grenzwertig, mal ganz abgesehen von den Logikfehlern. Was lernen wir daraus ?

1. Beim Ultraschall lächelt dir dein Kind vom Monitor entgegen und als Arzt muss der Gesundheitszustand des Babys von dessen Gesicht her erschließlich sein. Außerdem kümmern sich Geister darum, den Ultraschallkopf zu führen.

kaiserschnitt_01

2. So, nach der Spritze werden sie nichts mehr spüren. Wie beim Zahnarzt. Einfach direkt in den Bauch rein.

kaiserschnitt_02

3. Wenn man den Bauch einer schwangeren Frau aufschneidet lächelt er.

kaiserschnitt_03

4. Kindern sollte man so früh wie möglich den Ernst des Lebens vor Augen führen. Es lebe der Gore-Content in Minigames für Fünfjährige !

kaiserschnitt_04

5. Diesmal vollkommen akkurat : Neugeborene sind winzig klein. Müssen ja so früh wie möglich auf die Welt gebracht werden damit sie den Müttern möglichst wenig Umstände machen. Und dann gleich ab in den Kindergarten und zur Nanny, die sich um’s Stillen kümmert.

kaiserschnitt_05

6. Mit einem Pflaster wird alles wieder gut. So machen die das immer im Spital. Wenn einem Mensch sein Kopf abgetrennt wurde, einfach mit ein paar Pflasterstreifen fixieren und 2 Minuten später hält er wieder wie neu.

kaiserschnitt_06

7. Jedes Baby kommt mit einer schlimmen Infektion auf die Welt, deshalb der gelb-grüne Urin. Oder die Nanny hat wieder in den Schritt des Kindes gerotzt.

kaiserschnitt_07

8. Menschen wachsen erst ab dem 3. Lebensjahr Genitalien.

kaiserschnitt_08

Advertisements

Neulich bei Billa

Nicht, dass Billa, kurz für Billig-Laden, das was er verspricht, nämlich eben günstig zu sein, auch nur im geringsten hält, nein, man verarscht auch gerne die Kunden, zumindest kann ich mir dieses Geschehnis nicht anders erklären :

Es ist spät, ich habe ganze drei Stunden beim Arzt für eine Krankmeldung gewartet und brauche dringend meine Früchte für morgen. Billa hat noch offen, für zwanzig Minuten um genau zu sein.

Mein Auge erfasst reife Nektarinen im Angebot, 1,29€ der 1-Kilo-Korb, bei Hofer kosten sie trotzdem meist 0,99€. Mir kommen die drei Plastikschalen, die ich mitnehmen möchte, auf einmal recht leer vor, also stelle ich sie auf die Obst- und Gemüsewaage.
Diese zeigt mir gute zwei Kilogramm an. Was für ein Beschiss. Also gehe ich zurück und fülle meine drei Tassen so weit auf, dass sie zusammen drei Kilo wiegen.
Leider hat mich niemand darauf angesprochen, ich hätte es schön gefunden, einen MItarbeiter darauf hinzuweisen.

Wenn wir schon bei dem Thema Obst- und Gemüseabteilung des Rewe-Einzelhandels sind : Als sie die biologisch abbaubaren Gemüsesackerl eingeführt haben, mittlerweile sind die ja wieder weg, hat wohl keiner für so ein Sackerl zahlen wollen, bin ich mal zu einem unschuldig anmutendem Billa-Menschen gegangen und habe mich informieren wollen, ob die in der Biomüll-Entsorgungsstelle wieder raussortiert werden.
So ein verdutztes Gesicht habe ich noch nie gesehen. Als er herumgestammelt hat, dass er nicht den Hauch einer Ahnung hätte, tat er mir leid und ich ließ von dem armen Angestellten ab.

Natürlich kannte ich die Antwort bereits. Diese tollen, abbaubaren Sackerl werden nämlich einfach rausgefischt. Als würde man sich die Mühe machen, bei jedem Sackerl zu schauen, ob es eh eines aus Stärke ist.

bio_sackerl

Wien wird Berlin oder : Wir haben jetzt auch noch einen Veganz dazubekommen

1 Vote für “Testbericht über diesen neuen Vegansupermarkt”

Du hast ihn dir gewünscht, jetzt bekommst du ihn als Posting Nummer 1005 :

Vegane Supermärkte sprießen nun auch in Wien wie Unkraut aus dem Boden. Die Leute hier haben sich ja mächtig prächtig Zeit gelassen. Angekündigt war die Eröffnung im Herbst 2011. Veganz gibt es hier in der Landeshauptstadt seit 13. Juni 2014.

Angekommen am Naschmarkt (U4 Kettenbrückengasse) laufe ich meinem durch Hitze bedingten Delirium erst einmal in die falsche Richtung. Die Margaretenstraße Nummer 44 ist schnell gefunden und nach nur 15 Minuten Fußweg entdeckt man am Straßeneck den die, oder das Veganz. Als Erstes sticht mir der Bio-Reismilch-Eis-misch-es-dir-wie-du-willst-Automat zu meiner linken und das gut mit Obst-Zeugs und so Sachen gefüllte Kühlregal auf der anderen Seite in die Augen. In diesem Moment packe ich mein iHipsterTabletDingens aus und hole mir meine Genehmigung zum Fotografieren von der netten Einzelhandelskauffrau ein.

Was bin ich froh, dass ich es nicht zur Eröffnung geschafft habe, so voll wie das an einem Samstag Mittag hier ist. Einem Beruf nachgehen macht ja doch Spaß. Meine Laune Bilder zu machen, nahm proportional zur steigenden Besuchermenge im Laden und vergangenen Zeit ab, wo mich die Obst- und Gemüseabteilung zu Anfang so sehr faszinierte.

Also, jetzt die Fotos :

veganz_01 veganz_02 veganz_03 veganz_04 veganz_05

veganz_06Mini-Melonen !

veganz_07 veganz_08Mini-Ananas ! veganz_09

Und da fiel mir doch tatsächlich ein Super-Eis in die Hände. Kokoswasser ohne Zucker und 80/10/10-konform. Mit Selfies bin ich sehr ungeübt wie man hier sehen kann :

veganz_10 veganz_11 veganz_12

Gut gefallen hat mir die große Auswahl an Fleischersätzen, Süßigkeiten und Snacks to go, für mich zwar nichts aber ich finde das unterstützt Pflanzenfresser-Neulinge gut bei der Umstellung und hilft beim Durchhalten. An vielen Stellen gab es auch Kostproben und Kartenzahlung ist gar kein Problem.

Und jetzt mein Food-Haul, zu 90 Prozent bereits verputzt :

food_haul_01_01

Seitenbacher Fruchtgummis, hießen früher Fruchthütchen. Früher. Zurecht.
Was bin ich nicht herumgelaufen, mit diesen Sackerln in der Hand, immer wieder Krokos und Löwen in meinen Mund stopfend, voller Entzücken “Hmmm, Candy !” nuschelnd. Das waren Zeiten, als noch welche da waren.

food_haul_01_05

Orkri Figbar : Keine gute Investition. Kann man ja genau so leicht auch Trockenfeigen essen.

food_haul_01_04

Irgendwie-Bio-Kaugummi “Peppersmith”. Der oberen Packung liegen lauter Papierchen bei , in die man seinen zerkauten Gummi wickeln kann auf denen (Fun)Facts über das Produkt stehen. Top !

food_haul_01_03

Mango-Fruchtleder. Besteht zu einem großen Teil aus Äpfeln und schmeckt wenig nach Tropenfrucht. Die guten drei Euro wirklich nicht wert.

food_haul_01_02

Kennt ihr die noch ? Mir blieb fast das Herz stehen, als ich las, dass es hier auch Mango gibt. Alles weg.

Posting Nr. 1000 : Frau Weltmacht im großen Britannien

england_13

Frau Weltmacht im großen Britannien

Es muss immer erst ein Jahr oder mehr vergehen, bis ich einen Reisebericht online stelle, der bis dahin in meinen Drafts herumgurkt. Oder ich vergesse ganz drauf und stoße dann zufällig wieder auf ihn und wundere mich.

Diese Erzählung spielt sich im Mai des Jahres 2013 ab.

Alles fängt mit der Buchung einer “Rosamunde Pilcher Rundreise” durch Südengland an. Es handelt sich aber um keine Massentourismus-Bus-Abfertigung, wie Pensionisten sie gerne in Anspruch nehmen, sondern man borgt sich ein Auto aus und kann entscheiden, zu welcher Tageszeit man die nächste Station, damit meine ich das Hotel, in Angriff nimmt und was für schöne Dinge und Orte man sich ansieht.

Wir beginnen in Bristol, gleich beim Airport ist auch der Fahrzeugverleih, den wir eine halbe Stunde gesucht haben. Außerdem hat es wie aus Eimern geregnet und die Rollen meines Koffers gingen beim Transport kaputt. Ich befand mich in Festtagsstimmung.
Wie man weiß, herrscht in England Linksverkehr, das brachte auch immer wieder Schwierigkeiten mit sich. Meine Mutter ist gleich am ersten Kreisverkehr gescheitert und beinahe in ein anderes Auto reingedonnert. Zur Geisterfahrermeldung ins Radio haben wir es aber leider nicht mehr geschafft.

Leute, hier in England stehen an jeder Ecke mindestens zehn Kühe und/oder Schafe !

Alle Hotels wurden mit vier Sternen bewertet, auf diese Angabe kann man sich aber leider nicht mehr verlassen. Denn unsere erste Unterkunft in Bristol war der Wahnsinn. Ein wahres Luxus-Hotel, 15+ Stockwerke, komplett verglastes, großes Restaurant, Lounge und der obligatorische Kristall-Luster in der Lobby.

bristolhotel

Exeter war ebenfalls luxuriös, sogar pompöser, fast wie ein Schloss :

exeter_hotelEs folgten zwei Nächte in Falmouth, wo das St. Michael’s nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Spa war. Das hieß Whirlpool, großes Indoor-Schwimmbecken, gut ausgestatteter Fitness-Bereich, Massagebehandlungen, nur gegen Aufpreis versteht sich, alles in einem maritimen, freundlichen Stil gehalten.

england_2013_11In genau diesem Zimmer habe ich geschlafen :

Das nächste Hotel befand sich in Torquay, auch an der Küste. Dieses Städchen entspricht genau dem, was man sich vorstellt, wenn man an eine in den 80ern im Tourismus sehr beliebte Stadt denkt, die heute, 30 Jahre später so ziemlich alles an seinem Glanz verloren hat und verkommen wirkt.
Die Fassade des Hotelgebäudes war mit Grünzeug bewuchert und die Farbe an vielen Stellen abgebröckelt. Schon am Parkplatz meinte meine Mutti “Das ist eine komische Aura hier.”. Der Empfang wirkte schäbig und es war wie im Horrorfilm ein verlassenes Eckchen in dem wir einquartiert wurden. Die ganze Nacht wartete ich auf den irren Massenmörder mit dem elektrischen Tranchiermesser. Vergebens.
Bilder fand ich leider keine und vorm Selberknipsen hatte ich Angst. Ihr kennt ja die Bilder mit den Geistern drauf, die an gruseligen Orten gemacht wurden.

Es folgte schlussendlich Bath. Wir schliefen im hintersten Zimmer direkt unterm Dach, das sehr alt aber romantisch mit urigen blumenbedruckten Überdecken und dunklen, antiken Holzmöbeln eingerichtet war. In dieser Stadt entdeckte ich auch das bisweilen (wegen dem Bienenwachsüberzug) perfekteste Lakritz auf diesem Erdball. Beegan und zuckerfrei :

debron_liquorice

Meine Theorie ist, dass die Angabe der vier Sterne bei Hotels der Durchschnitt ist. Das heißt, wir haben uns im Rahmen von zwei bis sechs Sternen bewegt. Ich mochte diese Variation aber, es hat Spaß gemacht, einmal im modernen Fitnessraum zu trainieren und dann Angst zu haben, dass einem der Putz von der Decke im Schlaf ins Gesicht krümelt und man an einer Asbest-Vergiftung stirbt.

Hin und wieder trank ich Kaffee zum Frühstück. Das stellte wirklich nirgends ein Problem dar, alle hatten sie Sojamilch. Auch in den großen Supermärkten finden sich viele pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten :

england_2013_18 england_2013_19 england_2013_20

Großer Nachteil : In vielen Produkten steckt massiv Zucker drin und möchte man sich gesund ernähren, kostet das Zeug nochmal doppelt so viel wie bei uns, nur dass die Preisklasse der Lebensmittel hier eine Stufe höher angesetzt sind als bei uns. Obst und Gemüse war sowieso oft nur in geringen Mengen verfügbar, die Engländer haben es nicht sonderlich mit Früchten.
Dafür aber mit Recycling. Auf den Packungen  steht überall, dass man sie wiederverwerten kann oder sie bereits neu benutzt wird.

Dies war mein erster 80/10/10 HCRV*-Urlaub. Es fing damit an, dass ich überall die Obstteller beim Frühstücksbuffet leergefuttert habe, dann kamen die typischen englischen Frühstücks-Mushrooms dazu, von denen ich akribisch das Fett, wenn nicht sogar die Butter weggetupft und gewischt habe. Das “R” in “HCRV” konnte ich schon einmal streichen.
Zu Hause hatte ich mir zehn Packungen Trockenobst zu je 250g mitgenommen. Man kann sich vorstellen, wo mir Trockenpflaumen nach der zweiten Packung standen. Reifes Obst gab es nirgends, zwei Mal aß ich aus Verzweiflung sogar Bohnen, entdeckte bei Aldi (gibt  es sogar in England) dem Himmel sei dank Smoothies in der 1l-Packung, ernährte mich dann hauptsächlich von diesem Zeug und Fruchtsaft.
Am Schluss deckte ich mich auch noch ordentlich mit Reiswaffeln ein. Leider kam ich wohl keinen einzigen Tag auf genügend Kalorien, dafür kann ich mich umso mehr auf den nächsten England-Aufenthalt im Jahr 2015 vorbereiten, von dem ich dann Anfang des kommenden Jahrzehnts berichte.

*was 80/10/10 ist, kann man hier nachlesen, HCRV steht für High Carb Raw Vegan

In Exeter sind wir auf einen Bioladen gestoßen. Als ich mich so umsah, stellte ich die Vermutung auf, dass das hier der einzige in England außerhalb von London ist.
Mein mini food-haul :

england_2013_21 england_2013_22 england_2013_23 england_2013_24

Die größten Schwierigkeiten, abgesehen vom Linksverkehr hatte meine werte Frau Mutter mit der englischen Sprache. Da hießen die Kreisverkehre “rounderball” statt “roundabout” und wenn sie mal musste sprach sie “I must to the toilet.”. Beim Lesen einer Lokaltageszeitung, die Headline lautete “Charlie Sheen Life Style”, freute sie sich darüber, etwas über einen ihrer Lieblings-Martial-Arts-Schauspieler zu lesen, der ihr in Rush Hour besonders gefiel. Rechtzeitig konnte ich sie aufklären, dass sie Jackie Chan meinte.

Wie es nicht anders sein könnte, kam mir erst zwei Tage vor der Rückreise nach Wien die grandiose Idee, auf die ich den ganzen bisherigen Urlaub gewartet hatte. Nämlich das Führen eines Reiselogbuches.

Reiselogbuch Eintrag 1 19.5.2013 – 10:30

Heute morgen aß ich aus Verzweiflung Baked Beans, wohlgemerkt mit Wasser vermischt um die gezuckerte tomato sauce loszuwerden sowie drei Scheiben brown toast. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass mein Körper in irgendeiner Form damit umzugehen weiß. Blähungen und Bauchweh also.

Reiselogbuch Eintrag 2 19.5.2013 – 11:35

Bin schon die ganze Zeit am überlegen, mit welchen Worten ich den Trip durch Südengland am besten zusammenfasse, wenn ich gefragt werde : “Na, wie war’s in England ?” Ob ich Stichworte verwenden soll ? “Regen, Kühe, Schafe, Wolken, Toiletten, Sonne, Klippen, Gras, Kühe, Schafe, Gärten, Meer, Möwen, Kühe, Schafe” oder vielleicht auch ein Link zum Intro zu Postman Pat. Wäre hier alles aus Knetmasse könnten wir gleich eine Folge drehen.

Reiselogbuch Eintrag 3 19.5.2013 – 14:10

Immer wieder begegnen wir auf den Bundesstraßen überfahrenen Tieren, was mich jedes Mal schockiert nach Luft schnappen und meine Augen schnellstmöglich schließen lässt. Scheiß Veganer.

Reiselogbuch Eintrag 4 20.05.2013 – 5:00

Breakfast in bed funktioniert nicht mit Reiswaffeln.

Reiselogbuch Eintrag 5 21.05.2013 – 18:15

Die Frau zwei Sitze weiter von mir hat soeben einen Kugelschreiber gezückt um sich einige Stellen in ihrem Buch zu markieren. In mir zieht sich gerade alles zusammen.

Schade fand ich, dass wir täglich um die 60-100 Kilometer zurücklegen mussten um rechtzeitig in den Unterkünften einzuchecken und dementsprechend wenig Zeit zum Erkunden und Abenteuer erleben blieb. Den einen oder anderen wunderschönen Garten, Leute ich sag es euch, darauf fahren die Briten voll ab, konnten wir uns ansehen und ein wenig durch die Stadt schlendern war auch drin aber durch mein boggy moor konnt e ich nicht hüpfen und zum Doctor Who Museum fahren war ebenfalls nicht drin.

Auf dem Rückflug fing ich bitterlich an zu weinen. Am liebsten hätte ich ein One Way-Ticket gebucht, die Leute sind so unglaublich freundlich und hilfsbereit und aufgeschlossen hier. Das fällt schon beim Verkehr auf. Kein einziges Mal hat irgendwer seine Hupe verwendet während wir unterwegs waren, die Autofahrer sind einfach relaxed.
Dann gibt es noch überall in der Öffentlichkeit saubere, kostenlos zur Verfügung stehende Wassertoiletten.

england_2013_17

Der Wizard war auch in England und hat seine Erzählung davon ebenso verwurstelt. London um genau zu sein, und die ist so lang geworden, dass er sie in drei Teile gesplittet hat. Bei ihm gibt es also sicherlich mehr zu lesen als hier.

Hier geht’s weiter zum Bericht : London Teil 1 : Schlafen Impossible

Und zuguterletzt : Der Haufen Urlaubsfotos, den ich mitgebracht habe

england_2013_01 ??????????????????????

Schwer zu erkennen. Ich befinde mich hier in einem Irrgarten :

england_2013_03 england_2013_04 england_2013_05 england_2013_06

Zuckerfreie Schokolade am Flughafen in Amsterdam. Awesome !england_2013_07An den Niederlanden kann man sich was Nachhaltigkeit angeht, wirklich eine Scheibe abschneiden :

england_2013_08 england_2013_09 england_2013_10 england_2013_12 england_2013_13 england_2013_14 england_2013_15 england_2013_16

Lifehacking : Saure Trauben

Folgendes : Kernlose Trauben sind im Angebot, man kauft wie immer gleich 8 Packungen zu 500g davon und stellt zu Hause fest, dass die vermaledeiten Dinger ungenießbar sauer sind. Man hält sich für schlau und lässt sie 4 Tage liegen, in der Annahme sie würden reifen und süß werden. Nachdem man erkennt, dass das Blödsinn ist und das Obst bereits zu schimmeln beginnt, überlegt man sich etwas anderes.

Euphorisch greift man sich seinen Mixbehälter, schmeißt erst einmal ein Kilo der sauren Kügelchen hinein, dazu kommt noch ein Haufen reifer Bananen und Orangensaft bis nichts mehr geht. Knopf drücken und warten.

Jetzt hat man einen traumhaften Fruchtsmoothie und die dummen Trauben weg.

sauretrauben_01 sauretrauben_02

Frau Weltmacht does 80/10/10 – Part III

Hier sind wir wieder bei Frau Weltmacht does 80/10/10. In der letzten Folge brach ich ein zweites Mal ab und fing mittlerweile ein drittes Mal an, mich mehr oder weniger von Obst und ein bisserl Grünzeug zu ernähren.

Zum Nachlesen :

Im Nachhinein, jetzt, wo ich mich durch verschiedenste 811-Erfahrungsberichte gearbeitet habe, kann ich sagen, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Entgiftungserscheinungen waren, die mich zum Abbrechen brachten.

Aber als ich dann Brot und Nudeln, beides Vollkorn, im Körper hatte, ging es mir noch schlechter. Selbst 200g Brot vermochten meinen Magen nicht zu sättigen. Als ich diese Lebensmittel dann wieder aus meiner Ernährung strich und vollkommen auf Smoothies umstieg, fühlte ich besser und genährter als je zuvor.

Momentan ist mein Organismus zwar immer noch dabei, die Gifte loszuwerden, die sich über die Jahre hinweg angesammelt hatten, aber dies tut er nun wesentlich sanfter. Meine Haut ist trocken und neigt zu Unreinheiten. Das war es. Es ist vermutlich gut für mich gewesen, kurze Zeit Vollkornprodukte zu essen. Denn, orientiert an diversen Detox-Berichten, schätze ich, wurde die Entgiftung damit entschleunigt. Und das obwohl ich mich seit etwa einem halben Jahr immer mehr auf Rohkost umzustellen begann.

Zusammenfassend noch meine signifikantesten körperlichen Veränderungen im Laufe der ersten beiden Monate :

Erste Woche :

  • unangenehmes Gefühl des “Nie-satt-Seins” und etwas “Richtiges/Gekochtes” zu brauchen
  • immer wieder (2 Tage lang) Auftreten des zittrigen, kraftlosen “Gleich sterbe ich”s

Nach zwei Wochen :

  • dreitägige “Grippe”, nur im Bett gelegen
  • 4 Tage danach noch immer am kränkeln

Nach zwei/drei Wochen :

  • zweitägige Rückkehr zu Kochkost-Elementen (Vollkornnudeln und -brot)

Nach einem Monat bis jetzt :

  • sehr straffes Bindegewebe
  • unbelegte Zunge
  • sehr gut funktionierende Verdauung
  • stundenlang anhaltendes Sättigungsgefühl nach den Mahlzeiten (ich esse 2-3 Mal am Tag)
  • Energie für Sport, ohne vorher essen zu müssen (es sei denn, mein Blutzucker ist zu niedrig)
  • deutliche Reduktion der benötigten Insulinmenge per 12g Kohlenhydrate (0,5 Insulineinheiten statt einer ganzen)
  • stetige Bereitschaft, auf der Stelle aufzuspringen und körperlich aktiv zu werden
  • ich halte mein Gewicht
  • meine Haut neigt zu Trockenheit und Unreinheiten

Was Frau Weltmacht an einem durchschnittlichen Tag futtert

Morgens

  • 6 Bananen
  • 2 große Orangen
  • 100g Grünes

Mittags

  • 6 Bananen
  • 500g Erdbeeren
  • 600g Spinat

Abends/Nachts

  • 1-2l Fruchtsaft  

Zwischendurch (bei Unterzucker)

  • 50-100g Rosinen

A Dieters Guide On Dieting : 80/10/10

Wer die Kurzfassung möchte, klickt bitte hier.

Zwar bin ich durch Douglas Grahams Buch “The 80/10/10 Diet” nur halb durch, aber ich denke, ich kann ganz gut wiedergeben, worum es in der Diät geht.

Zuerst stellen wir uns der Frage, welche Grundernährungsform die richtige für den Menschen ist. Herbivor, Carnivor, Omnivor ? “Carnivor” wird gleich vorweg mit vielen plausiblen Argumenten ausgeschlossen. Die Zahnform, die Länge des Darmes und am wichtigsten : Wem, der psychisch gesund ist, gelüstet es nach rohem Fleisch, Innereien und Knorpeln ? Die erste Frage wird mit “Frugivor” beantwortet. Denn unser Urinstinkt verlangt nach frischen, reifen Früchten.

Der durchschnittliche Kaloriengehalt von Früchten wie Ananas, Bananen, Mangos, etc. setzt sich zu 80 Prozent aus Kohlenhydraten, zu 10 Prozent aus Fett und zu 10 Prozent aus  Eiweiß zusammen. Ein ausgewachsener Mensch braucht, da der Körper fertig ist, eben nicht mehr wächst, kaum noch Eiweiß und Fett blockiert nur die Kohlenhydrataufnahme der Zellen. So schließt sich der Kreis.

Wie ist das nun mit den Kohlenhydraten ? Im Endeffekt wird alles, was wir essen, zu Glukose umgewandelt. Die Zellen laufen mit Zucker. Wieso etwas anderes essen als Früchte, die hauptsächlich Zellfutter enthalten ? Ballaststoffe, wie man sie in Vollkornbrot und Co findet belasten laut Buch die Verdauung.

Doch der Zucker in Früchten ist kein Einfachzucker, der sofort ins Blut schießt. Durch die Pflanzenfasern “sickert” er durch die Darmwand und die sofortige Ausschüttung all des für die im Obst enthaltenen Kohlenhydrate benötigten Insulins bleibt auch aus.

Sollte jemand ernsthaft in Erwägung ziehen, sich nur noch von Früchten zu ernähren, empfehle ich ihm, sich auch diesen Artikel über die Wichtigkeit der “Ausgewachsenheit”, “Reife” wäre das falsche Wort, der Früchte durchlesen. 30 Bananas A Day Sucks* ist aber auch eine gute Bezugsquelle für unzensierte Erfahrungsberichte mit 80/10/10. Die zensierte Version findet ihr unter http://www.30bananasaday.com/.

Für die Erfahrungen, die ich vor kurzem mit dieser Ernährungsform gemacht habe, klickt einen von folgenden Links :

Frau Weltmacht does 80/10/10 :

*die Webseite ist mittlerweile offline