My Vegan Wednesday Number Two

Diesen Mittoch habe ich ausnahmlos alles Essbare, das in meinem Bauch gelandet ist, fotografiert. Nicht dass jemand denkt, ich wäre unterernährt. Zum Beispiel Anna.

Die Legende von Engelbert, dem Paprikagewächs

Engelbert ist euch wohlbekannt, meine Lieben. Einst nahm ich ihn bei mir auf und gelobte, mich auf ewig um ihn zu kümmern, ihn zu pflegen und stets treu an seiner Seite zu verweilen.

Doch unser Glück war nicht von langer Dauer, Blattläuse fielen über ihn her. Voller Gram und Verzweiflung machte ich mich auf, in die unendlichen Weiten des Internets, um ihm ein Heilmittel zu finden. Einer alten Sage nach, sollte kristallklares Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel, aufgesprüht auf die befallenen Stellen, helfen. Und so folgte ich der Anweisung und tat, wie mir empfohlen. Vorerst linderte es die Schmerzen meines armen Nachtschattengewächs, doch heute stellte ich fest, dass sie Schlacht noch nicht vorüber ist. Welch Graus, sie sind wieder da.

Auf meiner Queste, die mich ins Internet leitete, munkelte man, der Sud der Früchte der Tabakpflanze helfe in diesem Falle. Ich werde nichts unversucht lassen !

Ein weiterer Schickschalsschlag ereilte mich, als ich törichterweise vergaß, Engelbert, meinen Liebsten zu nähren. Nach einer kurzen Reise durchs Land fand ich ihn, dem Tode nahe, vertrocknet am Fensterbrette vor. Nur durch rasches Handeln rettete ich ihm abermals das Leben.

Doch gibt es auch frohe Botschaften zu verkünden : Mein Paprika trägt Früchte.

Eins …

… und Zwei …

…und Drei …

…. und Vier …

… nein, das ist ein Versehen …

… ja, gibt es denn das …

Ich bin Mutter !

Wie viele hatten jetzt einen Herzkasperl* ?

Seit einiger Zeit bin ich Pflanzenmutter. Er hieß “Edgar” und wurde gestern auf “Engelbert” umgetauft. Ich will nichts hören ! Matthias meinte, er sei etwas in Richtung Paprikgewächs, er scheint Recht zu haben :

Wenn er es überlebt (Engelbert, nicht Matthias, der ist nur krank), kann ich mich über selbstgezogenen Paprika freuen !

Ich habe Engelbert ganz alleine und verlassen, neben einer Bank in Linz gefunden und er tat mir mit seinem unschuldigen Blick so leid, dass ich ihn einfach mitnehmen musste.

Jetzt habe ich endlich etwas, um das ich mich ohne schlechtem Gewissen kümmern kann.

*Österreichisch für “Herzinfarkt”