Wenn ein Haustier gequält wird

Abgesehen von der Tatsache, dass man einem Tier in meinen Augen die Freiheit nimmt, wenn man es bei sich zu Hause einsperrt, kommt es in Haushalten mit Kind oft vor, dass dieses das Gefühl von Macht und Beherrschen mit dem besagten Tier kennen lernt.

Um konkreter zu werden, war ich gestern zu einer Familie eingeladen, der ein sechsjähriger Junge angehörte und in deren Wohnung eine junge Katze lebte. Nehmen wir an, der Bursche heißt Markus.

Markus hielt die Katze permanent am Oberkörper fest und zerrte sie durch die Wohnung. Man sah ihr richtig an, wie wenig ihr das gefiel, aber sie wehrte sich nicht. Weil sie es bereits gewohnt war ? Das Kind hat das Tier wie eine Puppe behandelt. “Ich glaube, er hat Hunger, ich gebe ihm was zu essen…” “Er ist müde und will schlafen gehen…” “Er fühlt sich bei dir nicht wohl…” Nichts von alledem traf zu.

Das noch nicht alles. Um der Katze ein wenig Leid zu ersparen bat ich ihn, sie mir doch mal auf den Schoß zu setzen. Er frug “Wie lange ?”. Ich ging darauf ein und meinte “5 Minuten.” Nach 20 Sekunden kam er wieder und nahm sie ein weiteres Mal mit, wo sie es sich gerade auf meinem Schoß in aller Ruhe gemütlich gemacht hatte. Das ging noch ein zweites Mal so, als sie friedlich bei Jü lag, mit dem Unterschied, dass er 20 Minuten “Ruhepause” für das Tier verlangte.

Markus unterbrach immer wieder das Gespräch mit “Da darf er nicht sein !” “Er darf da nicht drunter !” (hier ist die Couch gemeint, worunter sich die Katze mutmaßlich vor dem Bub versteckte) “Er soll nicht ins Wohnzimmer !”. Als ich mich erkundigte, wo die Katze denn sein darf, gab er das Vorzimmer und die Küche an, beides lächerlich kleine Räume.

Weil ich Kinder für ihre Aussagen, die nur so vor Wahrheit strotzen und es unglaublich gut auf den Punkt bringen, liebe, möchte ich noch mit euch teilen, was Markus im Bezug auf die Katze sagte :

“Nur bei mir ist sie in Freiheit. Bei dir ist sie nicht frei !”

“Ich will sie besitzen !”

Jü und mir wurde das zu viel und wir verließen die Wohnung. Wir flohen.

Sollte ich mich an den Tierschutz wenden ? Die Eltern belächeln es nur und begreifen den Ernst der Lage nicht. Wie würdet ihr handeln ? Ich brauche eure Hilfe. Vegans to the rescue.

Also wir Veganer, wir sind einfach die besseren Menschen

Provokativer Titel : Check.

Worum es heute geht ? Da hat jemand ein vollkommen falsches Bild vom VGT, das passt mir nicht in den Kram. Aber das ist nur eine kleine Station auf meinem heutigen Weg.

Ich liebe euch.

Was. WAS ?!?! Ich hoffe schwer, dass sie diese Aussage mit dem Hintergedanken getätigt hat, dass man heutzutage “Ich liebe …” einfach mal sagen kann, ohne mit der daraus resultierenden Konsequenz, dass Leute einen ernst nehmen und dann, zum Beispiel “Ich liebe Hunde.” -> Sodomie, im Kopf haben.

Jetzt werde ich albern und schweife ab.

Ich bewundere euch aus ganzem Herzen.

Dito. Den Schrein hätte ich trotzdem gerne gesehen.

Sie kennt nicht die Leute, die hinter dem Aushängeschild des VGT stecken, nicht. Mit mir haben zum Beispiel Tierschützer und Veganer geredet, die meinen, Martin Balluch, der Obmann des VGT, sei ein verlogenes Arschloch.

Nicht, dass ich den VGT und das, was er tut, schlecht machen möchte, ganz im Gegenteil, ich bin froh, dass Österreich über eine Tierschutzorganisation verfügt. Auch, wenn das erreichte Kastenstand-Verbot erst in 20 Jahren in Kraft trifft, wenn es dann, pessimistisch gesehen, eh keine Schweine mehr sondern lebendige Fleischklumpen ohne Sinnesorgane, gibt.

Mit den richtigen Mitteln könnte man um Einiges mehr erreichen.

Welche sind das ?

Ich erinnere mich an den einen Demo-Abend am Stephansplatz, als mich ein betrunkener, als Clown verkleideter “Künstler” ansprach. Er frug, was wir hier bewegen wollen, wenn wir einfach rumstehen und darauf warten, dass man auf unseren Stand zugeht, sich Infomaterial mitnimmt, es durchliest, versteht, sein Ernährungs- und Verbraucherverhalten überdenkt und radikal ändert.

Nachdem ich wissen wollte, was er denn anders machen würde, kam er mir mit “Geh doch zu diesen Menschen im Gastgarten, die gerade Fleisch essen und sag ‘Schönes, totes Tier, das sie da haben.'”

Das ist der falsche Weg. Inwiefern wollen wir den beratungsresistenten Menschen klar machen, was da draußen abgeht, wenn wir sie vor den Kopf stoßen ?

Ihr seid so, wie ich mir uns Menschen immer vorgestellt habe.

Wer sagt, dass Veganer die besseren Menschen sind ?

Fangen wir hier mit einem Zitat von Christian, der es besser als ich auf den Punkt bringt, was derzeit immer heftiger zu werden scheint, an :

Anstatt gemeinsam für eine Welt ohne Tierausbeutung einzusetzen, gehen sich viele Veganer gegenseitig an die Gurgel: die VGD gegen den VeBu, die Hildmanns gegen die Moschinskis, die Alsan-Fans gegen die palmölfreien.

Denn “Vegan-Nazis” (jetzt verstehe ich den Begriff!!!) ruinieren im Endeffekt alles, da sie behaupten, die perfekten, hyperethischen Superveganer zu sein, die sie nicht sind.

Mehr hier.

Wovon ich spreche, ist wie intolerant, oberflächlich und herablassend einige Veganer gegenüber Ihresgleichen und Menschen, die sich nicht rein pflanzlich ernähren, werden. Es ist zum Wettkampf geworden, wer den größeren, moralischen Vorsprung hat. Selbstverherrlichung.

Sie wollen immer weiter gehen und beginnen, Menschen unter Tiere zu stellen. Gegen Speziesismus sein, aber Omnivore diskriminieren. Da sind dann Leute dabei, die wollen sich in ihrer Freizeit nur noch mit Veganern umgeben. Nur noch geleitet vom Streben, der perfekte Homo Sapiens zu sein, vergessen sie auf die Menschenethik.

Man kann es nie weit genug mit dem Veganismus treiben. Ich kenne jemanden, der sagt, er sei vegan, obwohl er Honig isst. Ich selbst sage, ich bin vegan, obwohl ich täglich Kapseln aus Gelatine nehmen muss.

Dürfen wir das behaupten ?

Da gibt es zwei passende Artikel von Cheesy :

Wo ist denn diese Grenze nun ?

Sind Menschen, die danach streben tierliche Produkte weitestgehend aus ihrem Leben zu verbannen, besser als andere ?

Wie sollen Menschen sein ?

Das passt ja heute hervorragend zum Welttag der Philosophie, der am 15.11. war. Und einen Tag danach feierten wir den Tag der Toleranz. Danke für die vielen Welttage, Miss Viwi.

Anmerkung des Autors : Wer gerne viel liest und dafür ist, dass ich zu den hier angeschnittenen Thematiken ein paar ausführlichere Essays verfasse, und poste, stimmt bitte hier unten ab :

Liebe Mit-Österreicher : Bitte unterzeichnen !

Es geht darum, dass unter anderen auch die Angeklagten des letzten österreichischen Tierschutzprozesses bei Freispruch ihre Verteidigungskosten zurückerstattet bekommen.

Hier geht´s zur Infoseite und Petition

Not another bad horror movie idea

Nachdem ich nicht mehr an der Umsetzung meiner Idee, mit einer vegan/omnivoren Kochshow in Produktion zu gehen, arbeite, ist mein Kopf nun ein wenig entlastet. Und so schoss mir nach den ersten 30 Minuten der Dokumentation “Earthlings” eine weiterer Geistesblitz ein. Falls man das so sagen darf.

What about a horror movie ?

Die Grundidee ist, dass eine Gruppe von Veganern/Tierschutzaktivisten, Menschen, die Tiere quälen (sei es Fleischer, Angestellte in Schlachtbetrieben und Molkereien, Hundefänger, Pelzfarmarbeiter, Leute aus Pharma- und Kosmetikfirmen, die Tierversuche machen…) das gleiche Schicksal zukommen lassen, wie den Lebewesen, die sie foltern und umbringen. Das könnte dann so aussehen, dass die Hundefänger an einer Leine herumgezerrt werden und in einem Käfig verenden dürfen, der bei Wind und Wetter im Freien steht, Schlächter einen Bolzen in den Kopf bekommen, der nicht sofort zum Tod führt und dann bei lebendigem Leibe aufgeschlizt werden, während sie an einem Haken hängen oder Geflügelzuüchter im Dunklen unter einigen Ihrergleichen wochenlang zusammen mit ihrem eigenen Mist eingesperrt sind und Hormone en masse zu essen bekommen. Die Realität eben.

Klar soweit ?

Es geht darum, dass die Menschen kapieren, was sie Lebewesen, die sich nicht wehren können, antun.

Und nun zum obligatorischen “Gegen-Tierquälerei-Pro-Vegan-alle-Fleischesser-sind-Arschlöcher-und-Idioten”-Bild :