Frau Weltmacht does 80/10/10 – Part III

Hier sind wir wieder bei Frau Weltmacht does 80/10/10. In der letzten Folge brach ich ein zweites Mal ab und fing mittlerweile ein drittes Mal an, mich mehr oder weniger von Obst und ein bisserl Grünzeug zu ernähren.

Zum Nachlesen :

Im Nachhinein, jetzt, wo ich mich durch verschiedenste 811-Erfahrungsberichte gearbeitet habe, kann ich sagen, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Entgiftungserscheinungen waren, die mich zum Abbrechen brachten.

Aber als ich dann Brot und Nudeln, beides Vollkorn, im Körper hatte, ging es mir noch schlechter. Selbst 200g Brot vermochten meinen Magen nicht zu sättigen. Als ich diese Lebensmittel dann wieder aus meiner Ernährung strich und vollkommen auf Smoothies umstieg, fühlte ich besser und genährter als je zuvor.

Momentan ist mein Organismus zwar immer noch dabei, die Gifte loszuwerden, die sich über die Jahre hinweg angesammelt hatten, aber dies tut er nun wesentlich sanfter. Meine Haut ist trocken und neigt zu Unreinheiten. Das war es. Es ist vermutlich gut für mich gewesen, kurze Zeit Vollkornprodukte zu essen. Denn, orientiert an diversen Detox-Berichten, schätze ich, wurde die Entgiftung damit entschleunigt. Und das obwohl ich mich seit etwa einem halben Jahr immer mehr auf Rohkost umzustellen begann.

Zusammenfassend noch meine signifikantesten körperlichen Veränderungen im Laufe der ersten beiden Monate :

Erste Woche :

  • unangenehmes Gefühl des “Nie-satt-Seins” und etwas “Richtiges/Gekochtes” zu brauchen
  • immer wieder (2 Tage lang) Auftreten des zittrigen, kraftlosen “Gleich sterbe ich”s

Nach zwei Wochen :

  • dreitägige “Grippe”, nur im Bett gelegen
  • 4 Tage danach noch immer am kränkeln

Nach zwei/drei Wochen :

  • zweitägige Rückkehr zu Kochkost-Elementen (Vollkornnudeln und -brot)

Nach einem Monat bis jetzt :

  • sehr straffes Bindegewebe
  • unbelegte Zunge
  • sehr gut funktionierende Verdauung
  • stundenlang anhaltendes Sättigungsgefühl nach den Mahlzeiten (ich esse 2-3 Mal am Tag)
  • Energie für Sport, ohne vorher essen zu müssen (es sei denn, mein Blutzucker ist zu niedrig)
  • deutliche Reduktion der benötigten Insulinmenge per 12g Kohlenhydrate (0,5 Insulineinheiten statt einer ganzen)
  • stetige Bereitschaft, auf der Stelle aufzuspringen und körperlich aktiv zu werden
  • ich halte mein Gewicht
  • meine Haut neigt zu Trockenheit und Unreinheiten

Was Frau Weltmacht an einem durchschnittlichen Tag futtert

Morgens

  • 6 Bananen
  • 2 große Orangen
  • 100g Grünes

Mittags

  • 6 Bananen
  • 500g Erdbeeren
  • 600g Spinat

Abends/Nachts

  • 1-2l Fruchtsaft  

Zwischendurch (bei Unterzucker)

  • 50-100g Rosinen

Mittelaltermärkte

Neben dem Zirkus und den Asia Wochen bei McDonald’s, ist der gemeine Mittelaltermarkt eine der unvegansten Veranstaltungen, die in unseren Breitengraden bekannt ist.

Könnt ihr euch noch erinnern, wie ich mich vor einem Jahr darüber ausgelassen habe ? Vor Kurzem war es für mich einmal wieder so weit einen solchen aufzusuchen. Meine Wahl fiel auf den Dürnkrut, an der slowakischen Grenze. Besonderer Initialgeber zum Besuch dieses Marktes war ein guter Freund von mir, der regelmäßig Gothik-Klumpert und Zeugs dergleichen auf Happenings dieser Sorte verkauft. Es fasziniert mich immer wieder, wie gut Sachen, wie Bilder von selbstverstehend wunderschönen und idealisierten, gefährlich dreinblickenden Vampir-Ladies oder exorbitanten, voller Macht strotzdenden, uneinnehmbaren Drachen oder wie Edward glänzende SLOs (sword like objects), die man realistisch gesehen, nicht zum Austragen epischer Kämpfe gegen den Nachbarn, der sich immer über die Dauerbeschallung mit cooler Musik, die er liebevoll “eine Katze gegen eine Mülltonne schlagen und mit Brecheisen den Kleinwagen demolieren” nennt, beschwert, sondern lediglich als Brieföffner oder zum Rücken kratzen verwenden kann, bei dunkel gekleidetem, jungen Publikum ankommt. Wo wir schon bei realistisch sind, “authentisch” darf man ja nicht sagen, …

Nachdem ich nun sehr vom eigentlichen Thema dieses Artikels abgeschweift bin, besinnen wir uns nun für einen kleinen Moment.

Mittelalterliche Veranstaltungen gehören wohl zu den unvegansten überhaupt. Das fängt schon bei den unzähligen Insekten, die bei der Autofahrt zum Ort des Geschehens umkamen, als sie mit einem Karacho, wie man es vom Winter Sale kennt, gegen die Wind- und somit auch Insektenschutzscheibe prallten, an. Du trittst durch das Stargate imaginäre Portal in eine andere Zeit (sofern man die Großfamilien mit Kinderwagen und die eben erwähnten Gothics außer Acht lässt) und wirst mit Kleidung, Schuhen und allerhand Items aus Tierhaut, bevorzugt vom Rind, konfrontiert. In ganz schlimmen Fellen Fällen mischt sich auch Pelz darunter oder eine Tasche, deren Entdeckung ich an besagtem Tag in Dürnkrut machte, an deren Vorderlasche der Skalp eines Fuchses appliziert war. Wieso mein Gehirn hier eine Assoziation mit Lollypop Chainsaw, dem Videospiel, dessen Protagonistin stets den abgetrennten Kopf ihres (Ex)Freundes mit sich trägt, ist mir schleierhaft.

Soviel dazu.

Woran die Verkäufer unbedingt arbeiten müssen, sind die Preise, um die sie den aus China, Taiwan und Indien importierten, gerne von unterbezahlter Kinderhand gefertigten Plunder, an den ahnungslosen, bemühten Vater, der seinen lieben Kindern zur Abwechslung zu den ganzen “Tu dies nicht-Tu das nicht-Fass das nicht an”s eine Freude machen möchte oder die vom fünfzehnten Jahrhundert faszinierte junge Dame, die keinen blassen Schimmer vom Handwerken (“Selbermachen” habe ich hier zwecks Zweideutigkeit weggelassen) hat und sich einbildet, auf Gewandungen aus quasi erster Hand vom Markt angewiesen zu sein, verschärbeln. Von welcher Habgier oder finanziellen Nöten muss ein Mensch heimgesucht werden, um einen Fetzen, nach original Schnitt aus dem 14. Jahrhundert, der gerade mal 5 Euro wert ist, um das zehnfache anzupreisen. Brächten sie die Stellplatzgebühr nicht mehr auf ? Nägten sie ohne diesem kleinen Zusatzverdienst am Hungertuch ? Rentierte es sich nicht viel eher, günstig und somit frequentierter zu verkaufen. Beim nächsten Mal frage ich einfach.

Senf am Sonntag over and out.